VG MONSHEIM: Förderbescheid für Verbandsgemeinde / Grundschule am Engelsberg profitiert
Schnelle Mittel für Klimaschutz
Im Rahmen des Kommunalen Investitionsprogramm Klimanschutz und Innovation übergab Malu Dreyer an VG-Chef Ralph Bothe in Monsheim einen Förderbescheid im Wert von 311.000 Euro. Foto: Rudolf Uhrig
Von Rudolf Uhrig › „KIPKI“, ist die Abkürzung für das Kommunale Investitionsprogramm Klimaschutz und Innovation der Landesregierung Rheinland-Pfalz, welches allen rheinland-pfälzischen Kommunalen Gebietskörperschaften Fördermittel für Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Klimawandelfolgenanpassung zur Verfügung stellt.
Am Sonntag konnte man Ministerpräsidentin Malu Dreyer aus Trier noch neben Hubertus Heil sitzend im Fernsehen sehen, wo sie ihre „Nachbarin“ Katharina Barley aus Schweich (Kreis Trier-Saarburg) auf der Delegiertenkonferenz in Berlin zur SPD-Spitzenkandidatin für die Europawahl wählte. Einige Stunden später, am Montagmorgen, hatte sie einen Förderbescheid in Höhe von 311.000 Euro an Ralph Bothe, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Monsheim, im Ratssaal in der Anhäuser Mühle übergeben.
Auswahl unter 60 Maßnahmen
Ist das nun das neue Rheinland-Pfalz-Tempo? Denn am 21. Dezember 2023 hatte die Verbandsgemeindeverwaltung den Antrag gestellt, am 17. Januar wurde dieser bewilligt. „Nein, leider nicht“, meinte die Ministerpräsidentin, „denn bei der Vielzahl der Fördermittel kann dies nicht der Fall sein. Das Besondere am KIPKI-Förderprogramm ist seine Einfachheit: Ohne großen bürokratischen Aufwand können Kommunale Gebietskörperschaften aus einem Katalog, der 60 Maßnahmen umfasst, auswählen, was bei ihnen sinnvoll und gut umzusetzen ist. Er beinhaltet Maßnahmen zum Aufbau einer nachhaltigen Wärmeversorgung bis hin zur energetischen Sanierung kommunaler Immobilien“, erläuterte die Landeschefin den Hintergrund.
Dämmung öffentlicher Gebäude, Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED, die Anschaffung von E-Lastenfahrräder, Balkonkraftwerke oder die Flächenbegrünung sind einige Ideen des Katalogs. 75 Prozent müssen dabei für Maßnahmen investiert werden, die CO₂ einsparen, 25 Prozent für Klimawandelanpassungen.
Maßnahme benötigt keine VG-Eigenmittel
180 Millionen Euro umfasst das Programm des Landes. Aus dem rund 44 Euro pro Einwohner, welche einer Stadt, Kommune oder eben Verbandsgemeinde zur Verfügung stehen, errechnet sich die Fördersumme für die VG Monsheim auf 311.000 Euro. Eine weitere Besonderheit der Maßnahme, es muss kein Eigenkapital aufgebracht werden.
Zwei Liegenschaften auserkoren
Wie Ralph Bothe erläutert, habe man sich zur Gebäudesanierung und -dämmung entschieden und dabei zehn Gebäude in der VG untersucht, „die es am nötigsten haben“. Zwei Objekte sind es geworden; die 1961 erbaute zweizügige Grundschule am Engelsberg in Offstein. Bis zu 120 Schüler werden in acht Klassenräumen unterrichtet. Zusätzlich beherbergt die Schule weitere Nebengebäude. Hier erfolgt eine Dachsanierung mit anschließendem Wiederaufbau der vorhandenen PV-Anlage. Das Gebäude wird gedämmt, wobei die schon dreißig Jahre alten Fenster- und Türrahmen noch in einem sehr guten Zustand sind. Daher werden hier nur die Glasscheiben durch wärmedämmendes Isolierglas ersetzt. Errechnet wurde, dass sich der bisherige Verbrauch von rund 203.000 Kilowattstunden auf 78 000 reduzieren lässt.
Die übrig bleibenden Fördergelder stehen für eine Fenstersanierung der Verwaltungsgebäude in der Anhäuser Mühle zur Verfügung. Wie aber Ralph Bothe einräumt, würden diese nicht mehr für den kompletten Tausch ausreichen. „Das Gebäude stammt aus dem Jahre 1714, es diente als Getreidesilo“. Nach dem Erwerb durch die Verbandsgemeinde im Jahre 1984 sei es immer wieder saniert und renoviert worden, auch bauliche Veränderungen und Anbauten habe es gegeben. „Mit diesen Mitteln setzt man nun dies weiter zukunftsfähig und nachhaltig um“, so Bothe.