Mi., 07. Dezember 2022, 10:58 Uhr
Rotary Club Worms: Erneut für Ukrainische Kriegsopfer aktiv / Unterstützung evakuierter Waisen im Breisgau
Schnelle und unbürokratische Hilfen
Gleich nach Ausbruch des Krieges in der Ukraine war der Rotary Club Worms aktiv geworden um das Leid der ukrainischen Bevölkerung zumindest etwas zu lindern.
Unmittelbar nach Kriegsbeginn hatte sich Tim Wiedemann vom RC Worms gemeinsam mit seiner Frau Verena und vier weiteren Freunden, darunter auch Jens Rusterholz aus Bobenheim-Roxheim, auf den Weg zur polnisch-ukrainischen Grenze gemacht, um akut Hilfe zu leisten. Dank der großzügigen Spenden der Club-Mitglieder sowie durch die Bereitstellung von Transportern durch die Firmen Mobotix AG aus Langmeil und OrgaMAXX.IT GmbH aus Kaiserslautern konnten drei Transporter mit haltbaren Nahrungsmitteln und Medikamenten gepackt werden.
Über das polnische Wroclaw erreichten die Helfenden nach rund fünfzehnstündiger Fahrt die Grenzstadt Przemyśl. In einem ehemaligen Einkaufszentrum, das zum provisorischen Aufnahmelage umgebaut war, konnten die Helfenden ihre Güter an die dankbaren Organisatoren vor Ort übergeben. „Uns bot sich ein sehr bedrückendes Bild. Zahllose Frauen, Kinder und ältere Menschen, die gerade aus ihrer Heimat geflüchtet waren, hatten sich in dem Einkaufszentrum versammelt. Dort wurden sie von vielen Freiwilligen verpflegt. Gleichzeitig wurden auch Hilfsgüter in Transporter gepackt, die direkt in die Ukraine gefahren sind“, berichtet Tim Wiedemann von seinen Eindrücken aus Przemyśl.
Auf dem Rückweg nach Deutschland hatten die Helfenden aus Worms eine siebenköpfige Familie mitnehmen können, die zu Verwandten nahe der deutsch-polnischen Grenze wollten. Neben zwei älteren Frauen fuhren zwei Mütter mit vier Kindern mit.
Zurück in Deutschland wurde deutlich, dass man die Hilfe verstetigen wollte. Dank der großzügigen Spenden des RC Worms, des RC Triers sowie zahlreicher Rotary-Mitglieder und aus dem Freundeskreis der Helfenden stand nun eine Summe von 3.000 Euro für weitere Hilfsaktionen zur Verfügung.
Nach ausführlichen Informationen entschied der RC Worms sich für die Unterstützung von Kindern, überwiegend Waisen, die ihr bisheriges Zuhause, das „Vaterheim“ in der der Nähe von Kiew verloren hatten und in den Breisgau umgesiedelt worden sind. Hier lebten sie in einer Flüchtlingsunterkunft und Pflegefamilien in Freiburg und Umgebung. Für 58 Kinder wurde nun ein ehemaliges Hotel als Jugendhilfeeinrichtung umgebaut, in welcher die Kinder mit ihren Betreuern in familienähnlichen Strukturen wohnen können.
„Die Spende des Rotary Clubs verwenden wir, um die schulische Ausstattung der Kinder zu ergänzen. Da gibt es noch deutliche Lücken. So erhalten zum Beispiel eine Reihe der Kinder einen `ordentlichen` Schulranzen. Auch im Bereich von `Spiel & Freizeit` standen und stehen noch eine Reihe von Dingen auf der Wunschliste für die Kinder. Für unser Haus in Bad Krozingen möchten wir den Kids zu Weihnachten unter anderem einen Tischkicker schenken, der sie sicher begeistern wird. Passend zur kalten Jahreszeit und zum naheliegenden Schwarzwald werden wir z.B. auch einige Schlitten anschaffen“, so der zuständige Koordinator der evangelischen Stadtmission in Freiburg, Samuel Kuttler, zur Verwendung der Spende aus dem Rotary Club Worms.
Auch den aktuellen Präsidenten Meinrad Vierling und Friederike Brüssermann sind schnelle unbürokratische Hilfen in Krisensituationen ein wichtiges Anliegen.