
Bei einem medizinischen Notfall zählt jede Minute. Insbesondere bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand können die ersten Minuten über Leben und Tod entscheiden. Deshalb begrüßt der Wormser Landtagsabgeordnete Dirk Beyer, Sprecher der SPD-Landtagsfraktion für das Rettungswesen, die Einführung eines gemeinsamen digitalen Ersthelfersystems für den Rettungsdienstbereich Mainz ausdrücklich. Das Land Rheinland-Pfalz unterstützt das interkommunale Pilotprojekt mit bis zu 370.000 Euro.
„Das ist eine richtig gute Nachricht für Worms und die gesamte Region. Wenn Menschen in eine lebensbedrohliche Situation geraten, darf wertvolle Zeit nicht verloren gehen. Mit einer digitalen Ersthelfer-App können qualifizierte und registrierte Ersthelferinnen und Ersthelfer in der Nähe eines Notfalls schnell alarmiert werden und bereits vor dem Eintreffen des Rettungsdienstes lebensrettende Maßnahmen einleiten. Das kann im wahrsten Sinne des Wortes Leben retten“, erklärt Beyer.
An dem Projekt beteiligen sich die Landkreise Mainz-Bingen, Bad Kreuznach und Alzey-Worms sowie die kreisfreien Städte Mainz und Worms. Insgesamt können rund 825.000 Menschen im gesamten Rettungsdienstbereich Mainz von dem gemeinsamen System profitieren. Die Federführung liegt beim Landkreis Mainz-Bingen. Kommunalminister Sven Teuber hat den Förderbescheid im Rahmen der Pilotförderung Interkommunale Zusammenarbeit (IKZ) übergeben.
Für Beyer ist das Thema auch eine persönliche Herzensangelegenheit. Er hat selbst als Ersthelfer gearbeitet und engagiert sich bis heute ehrenamtlich in diesem Bereich. „Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie entscheidend es ist, in einer Notsituation schnell und richtig zu handeln. Erste Hilfe bedeutet, Verantwortung zu übernehmen und Menschen in einer Situation beizustehen, in der jede Minute zählt. Dieses Engagement ist für unsere Gesellschaft unverzichtbar. Deshalb ist es mir auch politisch ein besonderes Anliegen, die Rahmenbedingungen für eine starke und gut organisierte Erste Hilfe weiterzuentwickeln“, betont Beyer.
Für ihn ist das Vorhaben ein wichtiger Schritt, um die Rettungskette durch digitale Möglichkeiten weiter zu stärken: „Gerade bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand kommt es darauf an, dass die Wiederbelebung so früh wie möglich beginnt. Je schneller qualifizierte Ersthelferinnen und Ersthelfer vor Ort sind, desto besser sind die Chancen für die Betroffenen. Wir müssen deshalb alle Möglichkeiten nutzen, um die Zeit bis zum Eintreffen des professionellen Rettungsdienstes sinnvoll zu überbrücken.“
Besonders wichtig sei dabei, dass die Kommunen gemeinsam an einem Strang ziehen. Statt fünf unterschiedlicher Insellösungen entsteht ein einheitliches System, das eine Alarmierung über kommunale Grenzen hinweg ermöglicht. „Ein Notfall macht nicht an einer Stadt- oder Kreisgrenze halt. Deshalb ist es richtig, dass auch die Zusammenarbeit im Rettungswesen nicht an solchen Grenzen endet. Die fünf Gebietskörperschaften zeigen, wie interkommunale Kooperation ganz konkret zum Nutzen der Bürgerinnen und Bürger funktionieren kann“, so der SPD-Abgeordnete.
Das Projekt umfasst weit mehr als die Bereitstellung einer App. Vorgesehen sind eine zentrale Projektkoordination, die technische Implementierung und der dauerhafte Betrieb des Systems sowie die Anbindung an das Einsatzleitsystem der zuständigen Leitstelle. Auch die Einweisung der Leitstellendisponentinnen und -disponenten, die Zusammenarbeit mit Feuerwehren und Hilfsorganisationen sowie die Gewinnung und langfristige Bindung freiwilliger Ersthelferinnen und Ersthelfer gehören dazu. Eine strukturierte Rückmeldung nach den Einsätzen und bei Bedarf auch psychosoziale Nachsorge sind ebenfalls vorgesehen.
„Wir brauchen nicht nur eine gute technische Lösung, sondern vor allem Menschen, die bereit sind, anderen in einer Notsituation zu helfen. Dieses ehrenamtliche Engagement verdient unseren größten Respekt. Es ist deshalb wichtig, die Ersthelferinnen und Ersthelfer gut vorzubereiten, zu begleiten und auch nach belastenden Einsätzen nicht allein zu lassen“, betont Beyer.
Als Sprecher der SPD-Landtagsfraktion für das Rettungswesen sieht Beyer in dem Pilotprojekt ein Beispiel dafür, wie Digitalisierung und ehrenamtliches Engagement sinnvoll miteinander verbunden werden können. „Ein leistungsfähiger Rettungsdienst besteht aus vielen Bausteinen. Dazu gehören gut ausgestattete Rettungswachen, qualifiziertes Personal, eine funktionierende Leitstelle und eben auch eine starke, organisierte Erste Hilfe vor Ort. Das digitale Ersthelfersystem ergänzt diese Strukturen und kann die gesamte Rettungskette stärken.“
Abschließend erklärt Beyer: „Die Landesförderung von bis zu 370.000 Euro ist eine wichtige Unterstützung für dieses zukunftsweisende Vorhaben. Ich freue mich besonders, dass Worms gemeinsam mit den umliegenden Landkreisen und der Stadt Mainz von dieser Initiative profitieren wird. Unser Ziel muss sein, im Notfall schnellstmöglich Hilfe zu den Menschen zu bringen. Dieses Projekt ist dafür ein wichtiger und richtiger Schritt.“
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