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Mo., 09. Dezember 2019, 17:47 Uhr
HANDBALL-OBERLIGA FRAUEN: TG Osthofen unterliegt den „Südpfalz Tigern“ mit 18:26 (9:13) und verliert dazu ihre beste Spielerin Mona Schmitt durch Disqualifikation
Schockstarre hoch drei bei der TGO
Saskia Kleinwächter spielte eine famose erste Halbzeit im Heimspiel gegen die SG Ottersheim/Bellheim/Kuhardt/Zeiskam. Die junge Torfrau der TG Osthofen hielt ihr Team durch etliche gute Paraden lange im Spiel, ehe das Unheil über der TGO hereinbrach. Foto: Felix Diehl
VON JÜRGEN JAAP | Schlimmer geht scheinbar immer. Da haben die Handball-Frauen der TG Osthofen gerade mit zwei wichtigen Auswärtssiegen eine lange sieglose Durststrecke beendet – und dann das. Im Heimspiel vor 150 erwartungsfrohen Handball-Fans setzte es gegen die SG Ottersheim / Bellheim / Zeiskam / Kuhardt eine 18:26-Niederlage. Das kann gegen die spielstarke Truppe aus vier Ortsgemeinden in der Südpfalz – kurz „Südpfalz Tiger“ genannt – passieren. Aber es kam noch misslicher für die Heimmannschaft, ihren Anhang und Osthofens seit Jahren beste Handballerin Mona Schmitt.
Platzverweis für Mona Schmitt löst kollektive Schockstarre aus
Was bei Spielerinnen, Trainern und Betreuern aus dem Wonnegau noch mehr aufs Gemüt schlug, war eine Szene knapp elf Minuten vor der Schlusssirene. Mona Schmitt, TGO-Frontfrau und Rückraumass, Kapitänin und Torschützin vom Dienst, lag erst nach einer rüden Attacke von SG-Mittelblockerin Laura Baldauf sich vor Schmerzen krümmend auf dem harten Boden, ließ sich zu einer Beleidigung der Gegenspielerin hinreißen, bekam dafür vom Schiedsrichtergespann Dario Lehmler und Jan Stitz (Handball-Verband Rheinland) erst die Rote Karte und schließlich die Blaue Karte vor die Nase gehalten. Mona Schmitt musste vom Platz. „Sie wird uns vermutlich drei Spiele fehlen“, rechnete Marcus Otterstätter nach der Partie hoch. Der Kloß im Hals beim Trainer der TG Osthofen war da immer noch spürbar, denn: „Das darf einer so erfahrenen und klugen Spielerin wie Mona nicht passieren.“ Es passierte aber – und löste allenthalben eine kollektive Schockstarre in der Wonnegauhalle aus.
Lange Verletztenliste handicapt TG Osthofen
Die Gastgeberinnen fanden nun gar nicht mehr statt. Die „Südpfalz Tiger“ zogen von 18:20 (49.) auf 18:26 davon und nahmen die zwei Punkte mit. Zwei Punkte, die für Osthofen lange ohnehin in weiter Ferne lagen. Die Ausfälle der Leistungsträgerinnen Ann-Kathrin Hauck (lädiertes Auge), Michelle Köhler (lädierte Schulter) und Vanessa Lippert (lädiertes Sprunggelenk) handicapten Osthofen ganz offenkundig. Die Folge: ein schneller Rückstand über 0:4 (10.), 1:6 (14.) und 4:9 (22.). Einzig der stark agierenden jungen Torfrau Saskia Kleinewächter war es in der ersten Hälfte zu verdanken, dass das Spiel nicht bereits zur Pause bei einem 9:13-Rückstand verloren war. Von Mona Schmitt aus dem Rückraum und Kristina Graf am Kreis und im Mittelblock der eigenen 6:0-Abwehr angeführt, kämpfte sich die TGO aber heran, war drauf und dran auszugleichen. Aber eben nur beinahe – bis zur 49. Minute, als Schockstarre Einzug hielt.
Mit schwerem Rucksack zum Jahresfinale ins Saarland
Doppelt bitter für die TGO-Frauen: Im wichtigen letzten Spiel vor der Winterpause beim Oberliga-Schlusslicht HF Köllertal fehlt in der Truppe von Marcus Otterstätter neben den Langzeitverletzten nun auch noch die Haupttorschützin Mona Schmitt. „Das wird ein ganz schwerer Gang“, schwant Marcus Otterstätter nichts Gutes für die strapaziöse Reise ins Saarland am 3. Advent.