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  • Mo., 13. April 2020, 10:58 Uhr
    TV LEISELHEIM: Tischtennis-Bundesligist zieht Saisonbilanz in der weltweiten Corona-Krise des Sports

    Schockstarre, Saisonende und Saisonfazit

    Das hat der 58-jährige Tischtennis-Funktionär Peter Dietrich in seiner fast vier Jahrzehnte andauernden Zeit als Tischtennis-Sportler des TV Leiselheim noch nicht erlebt: Die Saison 2019/2020 endet Mitte März 2020 vorzeitig – eine alternativlose Entscheidung des Deutschen Tischtennis-Bundes DTTB ob der weltweiten Corona-Pandemie.


    „Sport ist die schönste Nebensache der Welt“, so heißt es. Wie sehr der Sport wirklich „Nebensache“ ist, wurde in den vergangenen Tagen, Wochen und Monaten unzweideutig untermauert. Ein winziger Krankheitserreger hat die Welt in Angst und eine globale Schockstarre versetzt. Bereits weit über 100.000 Menschen fielen dem Coronavirus zum Opfer. Die Gesundheitssysteme aller Länder der Erde sind bis an und über die Grenzen hinaus beansprucht. Die Weltwirtschaft steht vor einer Rezession unfassbaren Ausmaßes. Da kann und darf es nicht verwundern, dass auch der Sport in der Welt stillsteht. Olympia 2020, das größte Sportfest der Welt, ist wie nahezu alle anderen großen und kleinen Sportevents 2020 abgesagt. Völlig alternativlos beendete auch der Deutsche Tischtennisbund DTTB Mitte März die Saison 2019/2020 in der olympischen Sportart Tischtennis.

    Eingefrorene März-Tabellen sind Abschlusstabellen

    „Eine Entscheidung, die völlig verständlich und absolut richtig ist“, findet Peter Dietrich, der langjährige Tischtennis-Chef des TV Leiselheim. Auch auf dem Leiselheimer Trappenberg fliegt seit einem Monat kein Ball mehr durch die Sporthalle. Alles ist eingefroren, Schockstarre allenthalben. Dennoch bleibt am Trappenberg nun trotz Corona-Pandemie Zeit dafür, einen sportlichen Rückblick auf die Spielzeit zu wagen, die mit den Tabellen Mitte der Rückrunde dieser Spielzeit abgeschlossen wurde. „Auf das Erreichen unserer sportlichen Ziele hat die Corona-Pandemie keinen wirklichen Einfluss genommen“, stellt Peter Dietrich in der Analyse der Spielzeit nüchtern fest.

    Bundesliga-Truppe steigt in 3. Bundesliga Süd ab

    Schließlich stand der sportliche Abstieg der ersten Herrenmannschaft aus der 2. Bundesliga bereits vor dem Shutdown des Tischtennis-Sports fest. Das sportliche Aushängeschild des TV Leiselheim landete in einer äußerst unglücklich verlaufenen Spielzeit, in der das junge Team um den erfahrenen Trainer Christian Kaufhold zwar häufig an einem Sieg schnupperte, diesen aber stets aus der Hand gab, mit 2:26 Punkten auf dem letzten Tabellenrang. Die sofortige Rückkehr des Aufsteigers in die 3. Bundesliga Süd zur Saison 2020/2021 ist die Folge. „Es war meist knapp, hat aber dann doch nicht ganz gereicht“, nimmt Coach Christian Kaufhold den Abstieg betont sportlich hin.

    TVL-Zweite sicher, Dritte bangt

    Besser lief es da schon für die sechs anderen Herrenteams des TVL, „obwohl wir wegen personeller Schwächungen und zahlreichen Verletzungen eine durchaus schwierige Saison erlebten“, zieht Peter Dietrich größtenteils Positives aus dem Abschneiden seiner Herrenmannschaften. So konnte die TVL-Zweite als Tabellensechster trotz des Einsatzes von insgesamt 18 Ersatzspielern einen ordentlichen Platz im Mittelfeld der Verbandsliga Rheinhessen ergattern. „Wir wussten früh, dass wir nur mit einer Rumpf-Mannschaft antreten werden. Wir konnten nicht aufsteigen und durften nicht absteigen. Ziel erreicht!“, resümiert Dr. Alexander Krießbach, der routinierte Kapitän der TVL-Zweiten, der zudem als bester Einzelakteur in die Verbandsliga-Annalen einer denkwürdigen Spielzeit 2019/2020 eingeht. Die dritte Leiselheimer Garnitur schaffte als klarer Abstiegskandidat der Bezirksoberliga Rheinhessen Süd drei Siege – und ließ somit als Tabellenvorletzter immerhin SG Offenheim/Erbes-Büdesheim hinter sich. Legt man die Erfahrungen der letzten Jahre zugrunde, könnte Rang neun in der Abschlusstabelle noch zum Klassenerhalt reichen. Kapitän Thomas Peter und sein Team dürfen also schon noch bangen, ob es mit dem Klassenerhalt nach Abschluss der Meldungen für die kommende Spielzeit geradeso reichte.

    Alle anderen TVL-Teams bleiben in ihren Ligen

    Sicher gereicht hat es hingegen für die TVL-Vierte. Als Tabellenfünfter der Bezirksliga Rheinhessen Süd schloss die Mannschaft um Kapitän Jürgen Jaap ab: „Eine wechselhafte Saison mit sportlichen Höhen und Tiefen, am Ende aber steht der ungefährdete Klassenerhalt.“ Den Klassenverbleib strebten auch die Herrenteams fünf bis sieben des TVL an. Während die Leiselheimer Fünfte durch den frühen Rückzug des TV Mörstadt lange vor Weihnachten das Saisonziel auf Rang acht der Kreisliga Worms erreicht hatte, musste die Truppe um Teamchef Volker Becker in der Kreisklasse A Worms bis zum letzten Moment zittern. Mit einem einzigen Spiel Vorsprung vor SV Rheingold Hamm III rettete sich die Leiselheimer „Sechste“ schließlich als Tabellenzehnter um Nasenlänge über die Ziellinie. Wenig Frösteln hingegen beim TV Leiselheim VII in der Kreisklasse C2 Worms. Das von Harald Unselt angeführte Team sicherte sich souverän den Klassenerhalt auf Rang neun mit Anschluss zum Mittelfeld der Tabelle.
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