
Gespannt schauten die Kinder auf den großen Tisch mit den vielen bunt eingepackten Geschenken. Bei der Initiative „Pfeddersheim heißt willkommen“ war am 2. Weihnachtstag Bescherung. „Hast du heute Geburtstag?“, fragte Regine Luther-Schreiner die Kinder. „Nein? Wieso gibt es dann Geschenke?“ Einige der muslimischen Kinder wussten schon Bescheid: „Wegen Weihnachten!“
Auf dem Adventsmarkt hatte die Initiative „Wunschzettel“ der Pfeddersheimer Flüchtlingskinder angeboten; wer wollte, konnte einen nehmen, um einem Kind einen Wunsch zu erfüllen. Bei der Bescherung wurde sichtbar, dass es um viel mehr ging: Die Kinder und ihre Eltern erlebten einen typischen Weihnachtsbrauch bei Kaffee, Tee und Gebäck. Auch viele der „Schenker“ waren gekommen, um zu sehen, wie ihre Geschenke ankamen. Und die Kinder warteten artig, bis sie aufgerufen wurden, erhielten ihre Geschenke und bedankten sich dann bei den anwesenden Schenkern.
Puppen und Bärchen, Spiele, sogar ein ferngesteuertes Auto und ein Fahrrad – die Pfeddersheimer waren liebevoll allen Wünschen nachgekommen, und der Dank war groß und leuchtete aus den Kinderaugen. Allerdings waren einige der Schenker auch erstaunt, dass die Kinder ihre Geschenke nicht sofort auspackten, sondern sorgfältig vor sich auf den Platz stellten und warteten, bis sie zum Auspacken aufgefordert wurden. „Aber auch das Staunen, wenn jemand nicht das Erwartete tut, gehört zu den interkulturellen Begegnungen“, überlegt Pfarrerin Erika Mohri. Regine Luther-Schreiner hob hervor, wie wichtig diese Begegnungen zwischen Eingesessenen und Neulingen für die Integration sind, „beide Seiten müssen sich ja kennenlernen, und das funktioniert am besten, wenn man sich tatsächlich begegnet und die Neuankömmlinge mit Wertschätzung an unserem Leben und unseren Bräuchen teilhaben lässt, so wie heute."
Sie dankte sehr herzlich einer Schülergruppe des Rudi-Stephan-Gymnasiums, die bei der Ausrichtung der Bescherung unterstützte, Gerold Senn für die „Wunschzettel“-Idee, Detlev Kettner für die Logistik (Aufbewahren und Transport) und vor allem allen, die bei dieser schönen Weihnachtsaktion mitgemacht und Kinder beschenkt und kennengelernt haben. Beschwerden gab es nur eine: es waren zu wenig Wunschzettel – etliche Schenkwillige hatten keinen mehr abgekriegt. Das Fazit der Initiative: Kompliment an die Pfeddersheimer Großzügigkeit!
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