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  • Di., 22. Dezember 2015, 20:51 Uhr
    Brenzlige Situation am Herrnsheimer Bahnübergang kurz vor 20 Uhr am Dienstagabend / Technischer Defekt?

    Schranke schließt nicht! Rotlicht! Zug kommt!

    Vorfahrt für die Lok! Schranken oben, Rotlicht, ein Zug passiert den Herrnsheimer Bahnübergang. Anschließend überqueren Pkws die Gleise. Eine brenzlige Situation am Dienstabend. Foto: Steffen Heumann


    VON STEFFEN HEUMANN Ein echter Klassiker! Kurz vor 20 Uhr staut sich am Herrnsheimer Bahnübergang vor der Bahnschranke beiderseits der Verkehr. Die Schranken sind oben, aber ein Personenzug nähert sich aus Richtung Wormser Bahnhof. Eine Signallampe leuchtet rot, die andere nicht. Der Lokführer kündigt mit Warnsignal das Weiterfahren an und passiert in Schrittgeschwindigkeit die Schranke. Wenig später herrscht immer noch der Status quo. Schranken oben, Ampel rot, aber kein Zug in Sicht. Die ersten Autofahrer werden nervös, hupen, fordern andere Verkehrsteilnehmer auf, über die Gleise zu fahren. Andere Pkw wenden derweil.

    Ein Güterzug nähert sich, während immer noch Pkw die Gleise passieren. Der Zug stoppt kurz, lässt das Warnsignal ertönen und schleicht langsam über die Gleise in Richtung Mainz. Kaum ist der letzte Waggon vorbei, erneutes Hupen und Drauflosfahren. Es dauert noch einige Minuten, dann kommt ein weiterer Nahverkehrszug, diesmal aus Richtung Osthofen. Das gleiche Spiel. Als dieser vorüber ist, sind Mitarbeiter der Bahn zur Stelle und suchen nach der Ursache für die defekte Schranke. Entwarnung für die Autofahrer: zwischen den Zügen regelt jetzt ein Streckenposten den Verkehr, die Blechlawine rollt wieder.

    Passieren Fußgänger oder Fahrzeuge bei Rotsignal die Bahnschranke, droht ihnen bzw. dem Fahrzeugführer ein Bußgeld und auch Punkte in Flensburg bis zu einem Fahrverbot. Zwar kann man davon ausgehen, dass im Rahmen der Signalabhängigkeit jeder Zug kein fahrtzeigendes Signal erhält, solange die Schranken geöffnet sind. Aber, das Risiko eines Unfalls aufgrund der Verkettung unglücklicher Umstände ist immer gegeben. Extrem gedacht, mussten die Autofahrer abwägen, später nach Hause zu kommen oder einen Unfall zu riskieren, jedenfalls solange, bis der Verehr über die Gleise von einen Streckenposten der Bahn wieder koordiniert fließen konnte.

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