Fr., 12. Juni 2020, 14:02 Uhr
Helferkreis Asyl Worms: Große Corona-Infektionsgefahr in Gemeinschaftsunterkünften
Schützt Worms auch Geflüchtete ?
In einer aktuellen Pressemitteilung des Helferkreis Asyl teilt dieser mit, dass die Diakonie und die Caritas bereits am 29. Mai über die alarmierenden Zustände hinsichtlich des fehlenden Schutzes vor einer Corona-Infektion für Geflüchtete in Sammelunterkünften informiert hätten: „Die Unterkünfte sind für den Ausbruch einer Pandemie nicht gewappnet und die Ansteckungsgefahr könnte dem bis zu 50-fachen der Allgemeinbevölkerung entsprechen.“ (https://www.diakonie.de/pressemeldungen/diakonie-und-caritas-menschen-in-fluechtlingsunterkuenften-brauchen-besseren-schutz-vor-corona-1)
Und auch die Tagesschau hatte am 10. Juni 2020 in einem Beitrag „Gefährlich wie ein Kreuzfahrtschiff“
(https://www.tagesschau.de/chinese/coronavirus-fluechtlinge-101.html) von einem Empfehlungsschreiben des Robert-Koch-Instituts zum Umgang mit dem Coronavirus in Gemeinschaftsunterkünften für Flüchtlinge berichtet. "Das wirft erneut die Frage nach dem Schutz von Geflüchteten in den Wormser Gemeinschaftsunterkünften auf, erklärt Angelika Wahl, Vorsitzende Helferkreis Asyl, in ihrem Schreiben.
Nach Angaben von Angelika Wahl hätte eine Vertreterin des Helferkreis Asyl Worms e.V. bei einer Akteneinsicht im Gesundheitsamt Worms-Alzey im Bericht des zuständigen Hygienebeauftragten über eine Begehung von drei Wormser Flüchtlingsunterkünften am 9. April 2020 folgendes gelesen:
„Die Reinigung muss noch verbessert werden, …“; „Sollten in der Einrichtung Personen mit Corona-relevanten Vorerkrankungen/Alter über 65 Jahre untergebracht sein, wäre eine separate Unterbringung angeraten.“; „Die Einhaltung des Sicherheitsabstandes stellt sich schwierig dar, …“
"Tatsächlich sind Geflüchtete mit Corona-relevanten Vorerkrankungen in Wormser Sammelunterkünften weiterhin besonders gefährdet, weil in den Gemeinschaftsküchen und in den gemeinsamen sanitären Anlagen der Mindestabstand nicht gesichert werden kann und sie bei der Suche nach einer privaten Unterbringung kaum Unterstützung durch die Stadtverwaltung erhalten", so Wahl.
Dem Bericht im Gesundheitsamt sei zu entnehmen, dass auf dem Motorpoolgelände in 16 sehr engen Zimmern jeweils zwei Geflüchtete untergebracht sind. Der Mindestabstand zwischen ihren Betten kann nicht eingehalten werden. In der Klosterstraße wohnen elf Geflüchtete in mehrfach belegten Zimmern der Sammelunterkunft.
"Die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit von Maßnahmen zur Corona-Eindämmung in Wormser Flüchtlingsunterkünften wird an folgendem Beispiel deutlich: während Vertreter des ASB gegenüber dem Gesundheitsamt auf ein „Gewaltschutzkonzept“ verweisen, konnte ein hausfremder Mann die Familienunterkunft ungehindert betreten und eine alleinstehende Mutter mit vier Kindern mit dem Tod bedrohen. Die polizeilichen Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen.", heißt es in der Pressemitteilung weiter.
Wie die Stadtverwaltung und der ASB mit diesen ungelösten Problemen umgehen, ist uns leider nicht bekannt. Wir erwarten, dass unsere Bürgeranfragen vom 22. April umgehend beantwortet werden", schließt die Vorsitzende des Helferkreises.