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  • Mi., 06. April 2022, 19:08 Uhr
    INNENSTADTAUSSCHUSS: Brachen, Leerstände und Müll bereiten Kopfzerbrechen / Jugendtreff kommt ins vormalige Café Affenhaus

    Schwächen erkennen und angehen

    VON FLORIAN HELFERT Adel verpflichtet – und das verliehene Weltkulturerbe der UNESCO adelt Worms. Wie allerdings präsentiert sich die Wormser Innenstadt trotz des historischen Ritterschlages? Mit Brachen, Leerständen und Müll, könnte nach der jüngsten Sitzung des Innenstadtausschusses eine traurige Bilanz stehen.


    Worms habe zweifelsohne tolle Sachen, befand Hans Cziumplik (SPD) in der Debatte um den bereits Mitte März vorgelegten Ideen- und Maßnahmekatalog „Wormser Innenstadt morgen, übermorgen“ (der NK berichtete). Zugleich mahnte er an, bestehende Schwächen noch stärker zu erkennen, zu katalogisieren und anzugehen.


    Aus dem Blickwinkel des Architekten erinnerte Cziumplik daran, dass das im zweiten Weltkrieg zerstörte Worms vielerorts leider nur unschön wiederaufgebaut worden sei. Für eine qualitativ hochwertige Gestaltung brauche es mehr wie nur Farbe, so ein fachliches Fazit von ihm. „In Zeiten der Wohnungsnot müssen wir außerdem über Nachverdichtung reden“, richtete er sein Augenmerk bezüglich der Innenstadt darüber hinaus sowohl auf Baulücken als auch auf Gebäude mit nur ein oder zwei Geschossen.


    Müllablagerungen in der Altstadt


    Zu einer der offenbar tollen Sachen muss die Herta-Mansbacher-Anlage entlang des touristisch beworbenen Weges „Zu Fuß durch zwei Jahrtausende“ zählen. Leider sammle sich genau dort an einer Stelle immer wieder illegal Müll und Sperrmüll an. Maria Unterschütz (SPD) und ihre Partei würdigten im Innenstadtausschuss einerseits die Mühen des ebwo, andererseits baten sie um ein Konzept für eine müllfreie Herta-Mansbacher-Anlage.


    Bürgermeisterin Stephanie Lohr informierte, dass der dortige Sperrmüll bislang einmal und künftig zweimal pro Woche entsorgt werde – bei entsprechenden Mehrkosten für die Stadt. „Das Problem ist“, bedauerte sie, „dass der Sperrmüll nicht angemeldet wird“. Der ebwo werde darum nochmals auf die Anlieger zugehen und vor Ort zudem auch größere Restmülltonnen anregen.


    Christian Engelke von den Grünen fiel zum Thema spontan aber auch noch die Rheinstraße ein und forderte, alle Dreckecken zusammenzutragen. „Da müssen wir Geld in die Hand nehmen“, so Engelke. „Der ebwo ist jeden Tag in der Stadt unterwegs“, zeigte Stephanie Lohr die Mühen der Stadt auf, um sodann erkennbar leicht frustriert von einem „vielschichtigen Thema“ zu sprechen.


    Jugendtreff zieht in Judengasse ein


    „Endlich haben wir eine Immobilie für einen Jugendtreff gefunden“, wechselte Ralf Decker vom Kinder- und Jugendbüro zu einem erfreulicheren Thema. Wohl um die 50 Objekte habe man betrachtet. Nun steht aber fest: Es geht ins ehemalige CaféAffenhaus in der Judengasse 17.


    Auf 87 Quadratmetern finden circa 25 Jugendliche sowie mindestens zwei Mitarbeiter Platz. Musik, Darts, Tischkicker, PlayStation sowie unter anderem Koch- und Backangebote werden montags, mittwochs und freitags von je 16 bis 20 Uhr offeriert. Die „zu Beginn zurückhaltenden Öffnungszeiten“ begründete Ralf Decker mit dem sensiblen Bereich der Altstadt. Wie Vanessa Santalucia vom Diakonischen Werk als Trägerin berichtete, besteht bereits zu 30 bis 40 Jugendlichen Kontakt.


    Geplant ist, am Montag, dem 25. April, mit Jugendlichen zu eröffnen. Offiziell eingeweiht wird der Jugendtreff allerdings erst im Mai oder Juni.


    Verkehr im Wäldchen ordnen


    Sehr zur Freude von Jeanine Emans-Heischling verkündete Tim Horst eine weitere gute Nachricht. Wie von der CDU-Fraktion gefordert, werde in der Philosophenstraße im Wormser Wäldchen wieder ein Zebrastreifen entstehen. „Die Mittel sind im Haushalt eingestellt“, so Horst. Um den Verkehr im Wäldchen für alle zu optimieren, habe die Stadt einen Plan wie etwa Wendepunkte für städtische Busse oder eventuell sogar eine bessere Anbindung an die Kisselswiese. „Es gibt aber Hemmnisse und die Maßnahmen brauchen Zeit sowie weitere Gespräche“, dämpfte er allzu voreilige Hoffnungen auf Ende des Verkehrschaos im Wäldchen an schönen Tagen.

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