Das künftige Zusammenspiel von Vereinen und Gastwirtschaft im Rheindürkheimer Dorfgemeinschaftshaus soll optimiert werden
Schwierige Pächtersuche für "Hessischen Hof"
Für den "Hessischen Hof" in Rheindürkheim wird ein neuer Pächter gesucht. Foto: Gernot Kirch
Von Gernot Kirch Der Hessische Hof ist das Dorfgemeinschaftshaus von Rheindürkheim und wurde in den Jahren von 2011 bis 2014 für rund 4,2 Millionen Euro saniert und in Teilen gar komplett neu gebaut. Der Gebäudekomplex mit Gastwirtschaft, Saal und großer Dachterrasse ist ein wahres Schmuckkästchen, darüber sind sich fast alle einig. Was allerdings nicht so gut und reibungslos funktionierte war das Lokal im "Hessischen Hof". Was dazu führte, dass der Vertrag mit dem Betreiber der Gaststätte, dem Ehepaar Jörg und Claudia Luy, im Februar 2015 gekündigt wurde, nachdem die Familie Luy das Lokal ja erst 2014 übernommen hatte. Der Eigentümer des "Hessischen Hofes" ist übrigens die Stadt Worms, nicht der Stadtteil Rheindürkheim.
Unterschiedliche Interessen
Insgesamt gab es wohl einige Dinge, die nicht so optimal liefen, was im Februar 2015 letztlich zur Kündigung mit dem Pächter führte. Eine große Schwierigkeiten war wohl der Umstand, dass im Saal des "Hessischen Hofes" Veranstaltungen von Vereinen oder Privatpersonen durchgeführt werden können, das Essen und Trinken aber nicht vom Pächter bezogen werden muss, sondern von einem anderen Caterer kommen kann. Dies führte dazu, dass der Betreiber des Lokals wohl nicht für genügend Veranstaltungen die Speisen und Getränken lieferte.
Neuer Anlauf
Doch die Schwierigkeiten sind nun "Schnee gestern" und es gilt einen neuen Pächter zu finden. Die Stadt Worms hat dazu einen Experten beauftragt, der eine Analyse der Marksituation anfertigte. Diese wurde am Mittwoch im städtischen Haupt- und Finanzausschuss beraten. Im Anschluss an die Sitzung informierte Oberbürgermeister Michael Kissel die Vertreter der Presse. Der externe Gutachter, so der Stadtchef, habe von einer eher riskiobehafteten Lage des "Hessischen Hofes" in Rheindürkheim gesprochen, die nur mit einem höheren Marketingaufwand wettgemacht werden könnte. OB Kissel wollte im Pressegespräch der Meinung des Gutachters nicht unbedingt folgen. Er sieht hingegen gerade an der direkten Lage am Rhein ein großes Potential, etwa auch durch Radfahrer, die dort entlang fahren.
Beide Seiten müssen profitieren
Dennoch sieht auch der Oberbürgermeister ein Veränderungspotential hinsichtlich des zukünftigen Zusammenspiels von Pächter und Vereinen. So sollte der Betreiber des Lokals einen besseren Zugriff auf den Saal und die Dachterrasse haben, um dort mehr Veranstaltungen durchführen zu können bzw. Veranstaltungen von Vereinen bewirten zu können. Denn letztlich, so Kissel, müsse auch der Gastwirt einen Gewinn erwirtschaften können. Nur auf dieser Grundlage würde man einen Pächter finden. Als Beispiel nannte er den Stadtteil Abenheim. Der Ortsvorsteher Hans-Peter Weiler (CDU) habe diesbezüglich im Ausschuss berichtet, dass bei einer Nachmittagsveranstaltung in der Halle in Abenheim etwa der Pächter den Kaffee reiche, die Teilnehmer aber den Kuchen selbst mitbringen dürften. Mit dieser Regelung könnten beide Seiten gut leben.
Ausschreibung
In den nächsten Tagen, so OB Kissel, soll nun eine neue Ausschreibung für den "Hessischen Hof" erfolgen. Dabei soll der Pächter mehr Zugriffsmöglichkeiten auf den Saal und die Terrasse haben, darüber hinaus solle vielleicht ein weiterer, ebenerdiger Biergarten im Bereich des Gebäudekomplexes entstehen. Auch könne der Pachtpreis gestaffelt sein, in den ersten JAhren zum Beispiel etwas geringer, bis die Gastwirtschaft besser ins "Laufen" gekommen ist.
Heimat der Vereine
Der Ortsvorsteher von Rheindürkheim, Adolf Kessel (CDU), bestätigte gegenüber dem NK, dass ein neuer Betreiber der Gaststätte mehr Veranstaltungen bewirten soll. Er habe etwa mit zwei potentiellen Bewerbern gesprochen und beide hätten übereinstimmend erklärt, der Betrieb des Lokals sei nur wirtschaftlich machbar, wenn auch die Bereitstellung von Speisen und Getränken bei Veranstaltungen im Saal durch die Gaststätte im "Hessischen Hof" erfolge. Mit Ausnahme von fünf Veranstaltungen, so Adolf Kessel, wolle man dies auch zukünftig so umsetzen. Wobei dem Ortsvorsteher wichtig war, dass der "Hessische Hof" auch zukünftig die Heimat der Vereine in Rheindürkheim bleibe und Termine mit den Vereinen koordiniert werden.