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  • Do., 15. März 2018, 11:44 Uhr
    Rotary Club Worms-Nibelungen spendet „erlaufenes“ Geld an InBiWo

    Schwitzen für Integration

    Annette Meyer-Möbius (links) vom „InBiWO“-Vorstand und die Kinder freuen sich sehr über die dringend benötigte Finanzspritze.

    Auch beim letztjährigen Nibelungenlauf hieß es bei Rotary wieder „Schwitzen für eine gute Sache“. Den Scheck über die erlaufenen 1.000 Euro konnte Präsident Dr. Andreas Schreiber nun an Annette Meyer-Möbius vom „InBiWO“-Vorstand übergeben.


    „Für den Verein kommt die Spende genau zum richtigen Zeitpunkt“, so die Pressesprecherin. „Mit dieser und einer weiteren Spende von der Lotto-Stiftung ist die Arbeit unseres Vereins nach einer Durststrecke wieder für ein Jahr gesichert.“


    „Bildung ist der Schlüssel zur Integration“ – so heißt das Motto des Vereins, der sich vollständig durch Spenden finanziert und Integrationsprozesse von Migranten in der Stadt Worms fördert.


    Ständig sind 12 bis 15 Personen im Einsatz, internationale Studierende der Hochschule Worms, um Lernhilfe für Kinder und Jugendliche mit ausländischen Wurzeln in den allgemeinbildenden Schulen zu leisten. Teamteaching steht dabei ebenso auf der Tagesordnung wie die Leitung von Arbeitsgruppen oder die Hausaufgabenbetreuung. Diese wird unter dem Titel „LIVE… downtown“ meist in den Stadtteilbüros durchgeführt.


    In Gruppen zwischen 20 und 23 Kindern lernt man gemeinsam. Über die Studierenden, die Kinder und Jugendliche aus 13 verschiedenen Nationen betreuen, erhalten die Verantwortlichen auch einen wesentlich besseren Zugang zu den Familien.


    Der Bedarf an Lernhilfe ist aber noch deutlich größer. Aktuell warten allein 27 Geschwisterkinder auf einen Platz in der Lernhilfe.


    Katharina Junemann, Koordinatorin der Stadtteilbüros, berichtet von vielen Schülern mit enormem Potenzial, aber oft auch Defiziten bei der deutschen Sprache. Auch hier hilft LIVE. Die Rückmeldungen sind durchweg positiv. So hat sich etwa im Eleonorengymnasium der „Tandem-Unterricht“ bewährt.


    Ein Oberstufenschüler oder ein Studierender der Hochschule betreut jeweils einen Schüler der 5. oder 6. Klasse. Gewinner sind beide. Die Studierenden integrieren Andrea Wensch sich viel leichter, wenn sie eine solche Aufgabe übernehmen und verdienen sich nebenbei auch noch etwas Taschengeld.


    Die Schüler  gewinnen nicht nur Wissen, sondern auch Vorbilder aus den eigenen Herkunftsländern. Zu sehen, was man trotz Sprachbarrieren und einer völlig anderen kulturellen Herkunft erreichen kann, wirkt sich ungeheuer positiv auf ihre Lernmotivation aus.


    Auch das Rudi-Stephan-Gymnasium ist eingebunden in das LIVE-Projekt. Dort werden Schüler von Englisch-Muttersprachlern auf das Cambridge Certificate vorbereitet. Schließlich verfolgt „LIVE… tech“ in Kooperation mit der Staudinger-Realschule plus das Ziel, das Verständnis für Naturwissenschaften zu fördern.


    Die Verantwortlichen von „InBiWO“ verfolgen langfristige Ziele, auch wenn das ständige Einwerben von Spenden mühsam und zeitraubend ist. „Nicht nur soll jede Grundschule langfristig eine Roboter-AG haben, sondern es soll durchgängig an den allgemeinbildenden Schulen eine populäre MINT-Kultur etabliert werden“ bringt Jörg Haubold die langfristige Vision des Vereins auf den Punkt - „gerade auch deshalb, weil Technik völlig unabhängig ist von Deutschkenntnissen“.


    Trotz aller Initiativen sind sich aber die Verantwortlichen einig, dass die Arbeit in den Stadtteilbüros am wichtigsten ist, denn „dort kommen die zusammen, die die Hilfe am dringendsten brauchen“, so Junemann.

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