Edelgard Gardt, die neue Seelsorgerin im Burkhardhaus, über ihre Arbeit und die Erfüllung eines alten Traums
„Seelsorge ist Friedensarbeit“
Caritasdirektor Georg Diederich übergibt Edelgard Gardt eine Kerze: „Man kann nur das Licht weitergeben, das man in sich trägt.“ Foto: Patricia Mangelsdorff
Eine nachgebaute Rialtobrücke und italienisches Eis - das Motto des Sommerfestes im Burkhardhaus lautet 'Bella Italia'. In ihrem Einführungsgottesdienst erinnert Edelgard Gardt zudem an einen bedeutenden Italiener: Franz von Assisi und seine tiefe Liebe zur Schöpfung und zu den Menschen. Seit Mai diesen Jahres ist Frau Gardt Seelsorgerin im Caritas Senioren- und Pflegezentrum Burkhardhaus. Am 22. Juni wurde sie offiziell und feierlich in ihr Amt eingeführt.
Ihre Geschichte: Schon in jungen Jahren möchte sie eigentlich studieren. Heirat und Kind lassen sie dann zunächst entscheiden, Erzieherin zu werden. Mit 40 folgt sie ihrer alten Sehnsucht und studiert Theologie in Mainz. Danach ist sie mehr als zehn Jahre Gemeindereferentin, zunächst in Urberach, dann in der Pfarrgruppe Alzey-Land. Vor allem für Kinder und Jugendliche ist sie da: Freizeiten, Pfadfinder, Schule und Kommunionvorbereitung. Mit Anfang 50 dann ein schwere gesundheitliche Krise, die sie zu einer Auszeit zwingt.
Beruflicher Wiedereinstieg
Mit dem beruflichen Wiedereinstieg als Seelsorgerin im Burkardhaus erfüllt sich für sie ihr ursprünglicher Wunsch: „Schon immer wollte ich am liebsten in der Einzelseelsorge arbeiten.“ Hier im Caritas Senioren- und Pflegezentrum ist sie also beruflich angekommen. Das fühlen die Menschen, die hier leben. Sie begegnen ihr entspannt und voller Vertrauen, obgleich sie ja erst seit wenigen Wochen hier ist. „Ich habe Zeit für die Menschen.“ Zeit für die Menschen haben – wahrlich keine Selbstverständlichkeit in einem Senioren- und Pflegeheim: Frau Gardt wie auch der Caritasverband sind dem Bistum Mainz, das diese Arbeit ermöglicht, deshalb auch sehr dankbar.
Was kann, was möchte sie den Menschen geben? „Hier im Burkhardhaus geht es für die meisten darum, aufs Leben zurückschauen. Welche Brüche gibt es? Sind da Menschen, Ereignisse, Handlungen, mit denen ich mich aussöhnen will? Seelsorge im Alter: das bedeutet, Menschen bei der Aussöhnung mit sich und ihrem Leben zu unterstützen.Es ist ein Stück Friedensarbeit...“
Dass das Leben nicht immer glatt verläuft, hat sie in ihrer eigenen Krise erfahren. Im Nachhinein weiß sie: „Gott ist mitgegangen und hat Vieles gut gefügt.“ Von diesem tiefen Vertrauen möchte sie jetzt etwas weitergeben. „...etwa in der Begegnung mit einem Mann, der nicht mehr sprechen konnte. Auch ohne Worte konnten wir uns verständigen. Und das geht nur mit Vertrauen.“