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  • Fr., 20. September 2019, 15:13 Uhr
    TITELVERLEIHUNG: Westend-Realschule plus als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ausgezeichnet

    „Selbstverpflichtung ist Kern des Projektes“

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    Die Westend-Realschule plus freut sich als 154. Schule in Rheinland-Pfalz über den verliehenen Titel. Foto: Ina Pohl


    INA POHL | „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage” – Über diesen Titel darf sich die Westend-Realschule plus freuen. Als 154. Schule in Rheinland-Pfalz wurde die „Westend“ im Rahmen einer Feierstunde ausgezeichnet und bekam von Dr. Albrecht Gill, Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz, die Titelurkunde verliehen. Das Projekt ist eine Initiative von Schülerinnen und Schülern, die sich aktiv und langfristig gegen jede Form von Diskriminierung und Rassismus und für eine tolerante, gewaltfreie und demokratische Gesellschaft engagieren wollen.
    „Mehr als 70 Prozent unserer Schulgemeinschaft haben sich durch ihre Unterschrift zu den Grundsätzen von `Schule ohne-Rassismus – Schule mit Courage` bekannt“, begrüßte Hans-Jürgen Finkler, Schulleiter der Westend-Realschule plus, die Gäste im Anschluss an den Gesangbeitrag des Unterstufenchores. Damit haben sich die Schüler sowie die Lehrkräfte zu einer aktiven Mitgestaltung eines Schulklimas verpflichtet, welches bei Diskriminierung einschreitet und solidarische Konfliktlösungen sucht. „Die Schule verpflichtet sich ebenfalls, einmal im Jahr ein Projekt zum Thema Diskriminierung durchzuführen“, erklärte Finkler. Eine weitere Vorbedingung für den Titel, war die Benennung eines Paten. „Ich danke Adolf Kessel, Oberbürgermeister unserer Stadt, für seine spontan Bereitschaft, diese Funktion auf Bitten der Schüler zu übernehmen.“

    „Es darf auf keinen Fall rassistisch werden“

    Das Projekt an der Westend-Realschule plus wurde im vergangenem Jahr von der ehemaligen Schülersprecherin Melissa Ataseven und ihrem Schülervertretungsteam initiiert. „Damit setzte sie fort, was bereits vor zehn Jahren an unserer Schule begonnen hatte. Damals haben Schüler eine Ausstellung mit dem Thema `Opfer des Nationalsozialismus in Worms und Umgebung` erarbeitet“, erklärte der Schulleiter und deutete auf die großen Plakate der Ausstellung.
    „Es ist ganz natürlich, dass Jugendliche diskutieren und das dabei auch mal die Fetzen fliegen. Mir war es aber wichtig, dass dabei gewisse Grenzen nicht überschritten werden und es auf keinen Fall rassistisch wird“, erläuterte die ehemalige Schülersprecherin ihre Beweggründe für das Projekt. „Genau das haben wir geschafft. Ich konnte bis zum Ende meiner Schulzeit feststellen, dass die Mitschüler sich gewissenhafter mit ihrer Ausdrucksweise verhalten“. Sie wünsche sich von den zukünftigen SV-Teams, dass sie dieses Thema immer wieder neu aufgreifen, so Ataseven.

    Diskriminierung entgegentreten

    „Die Selbstverpflichtung, die die Westend-Realschule plus übernommen hat, ist der eigentliche Kern des Projektes `Schule ohne Rassismus`“, richtete Adolf Kessel, Oberbürgermeister der Stadt Worms und Projektpate, das Wort an die Gäste und verwies in diesem Zusammenhang auf Artikel 1 des Grundgesetzes. „Es heißt ja immer, wir lernen nicht für die Schule, sondern für das Leben. Ich finde, das gilt besonders in diesem Fall“, bekräftigte Kessel. „Niemand ist nur Opfer oder Täter. Jeder Mensch kann diskriminieren, egal ob bewusst oder unbewusst. Das zu lernen, ist ein wichtiger Schritt um Diskriminierung entgegenzutreten, gegenüber anderen, aber vielleicht auch gegenüber sich selbst.“ Kessel betonte das Widerspruch geboten sei, falls jemand diskriminiert werde. „Dieser Widerspruch erfordert manchmal auch Mut.“
    „Wir setzten heute gemeinsam und sichtbar ein Zeichen gegen Hass, Menschenverachtung und für die Gleichwertigkeit aller Menschen“, so Dr. Gill und zitierte im Anschluss aus Paragraph 3 des Grundgesetzes, in dem es um die Gleichheit der Menschen geht. „Es ist in der Schule besonders wichtig, dass alle Schüler, Lehrer und Eltern bewusst, behutsam und tolerant miteinander umgehen“, erklärte Dr. Gill. „Jeder in der Schulgemeinschaft muss jederzeit aufmerksam sein, was um ihn herum geschieht. Und jeder sollte und muss den Mut haben ÍSelanzusprechen und öffentlich zu machen, wenn jemand diskriminiert wird, damit ein respektvoller Umgang überhaupt möglich ist.“

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