Christina Heimlich, Vorsitzende des Wormser Seniorenbeirats, hat eine Blitzreise nach Berlin gemacht, um die aktuellen Neuigkeiten über die Entwicklung älterer Menschen in Deutschland mitzubringen. Franz Müntefering, neuer Chef der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen hat eingeladen und dem Institut für Altersfragen ein breites Forum geboten, um die neuesten Erkenntnisse über Zufriedenheit, Gesundheit, Wohnsituation, Einsamkeit u.v.m. der Menschen zwischen 40 und 85 Jahren zur Verfügung zu stellen. Sein Fazit: Wir müssen in die Quartiere gehen.
Und das interessiert auch die Wormser. In der jüngsten öffentlichen Sitzung des Seniorenbeirats hat Christina Heimlich über ausgewählte Themen, wie Wohnsituation, Nachbarschaft, Gesundheit und Einsamkeit berichtet. Fast 30 Prozent der Wormser Bevölkerung sind über 60 Jahre alt. Der Alterssurvey 2014 befragt Menschen zwischen 40 und 85 Jahren, um herauszufinden, wie sich in den verschiedenen Altersklassen die Lebensqualität entwickelt und wie sie sich in fortschreitendem Alter verändert.
Ältere Menschen ziehen aus unterschiedlichen Gründen nicht gern aus ihren langjährigen Wohnungen um, einmal, weil viele Erinnerungen aufgegeben werden müssen. Des Weiteren hat sich deutlich gezeigt, dass die Kosten für Wohnraum der barrierefrei ist, meistens sehr viel teurer ist. Also sind insbesondere ältere Mieter oder auch Eigentümer immer mehr von hohen Wohnkosten betroffen. Immer häufiger nutzt es auch nichts, die eigene Immobilie zu veräußern, um entsprechende Wohnmöglichkeiten zu erwerben. Es bleibt dann auch hier nur die Mietform, um für eine gewisse Zeit eine angemessene Wohnung fürs Alter zu finden.
Im Alter gewinnt Gesundheit zunehmend an Bedeutung. Ältere und niedrig gebildete Menschen geben mehr Erkrankungen an. Ältere, niedrig Gebildete und Frauen haben eine schlechtere funktionale Gesundheit. Funktionale Gesundheit heißt, wie man mit seinen vorhandenen Krankheiten umgeht und sich dabei wohl fühlt. Bei den Ärmeren mangelt es an Medikamenten oder Therapiemöglichkeiten. Bei den anderen hilft das Gefühl mit den Therapien positiv zurecht zu kommen. Männer fühlen sich weniger krank, gleichwohl dies nicht wirklich stimmt. Eine breite Meinung im Beirat war, dass diese wohl eher nicht zum Arzt gehen. Kontrovers diskutiert wurde auch die wissenschaftliche Feststellung, dass Bildungsgrad und Armut etwas mit Zufriedenheit und Gesundheit zu tun haben sollen. Vor allem wurde intensiv diskutiert, dass sich in den letzten zwei Jahren viel an der Einkommenslage nachteilig entwickelt hat und auch die damit zusammenhängende Wohnsituation mit steigenden Kosten bzw. Mieten die Lage der älteren Menschen verschlechtert hat.
Einsamkeit ist erstaunlicherweise bei den Betagten kein vorrangiges Thema. Die Idee „mit Rädern zum Essen“ als „Essen auf Rädern“ hat Margit Gräff-Bens, stellvertretende Vorsitzende für Worms realisierbar erscheinen lassen, um persönlichen Kontakt zu fördern.
Abschließend stellt die Vorsitzende fest, dass die Wormser Ziele mit den Themen und Ergebnissen dieser bundesweiten Studie bestätigt worden sind und, dass „wir dran bleiben werden“.
Inzwischen sind 1.200 Briefe an Senioren im Quartier zwischen Bahnhof und Nibelungenschule verschickt worden, um diese zu persönlichen Gesprächen besuchen zu dürfen. Die Vorsitzende ermuntert alle angeschriebenen, bald den Rückmeldebogen im Rathaus einzuwerfen oder zu schicken, damit Gesprächstermine über Wohnsituation, Nachbarschaft und Lebensqualität ausgemacht werden können.
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