Themen aus den Bereichen Soziales, Arbeit und Gesundheit standen am Montag im Brennpunkt
Seniorenbeirat befragt Bundestagskandidaten
Spannende Diskussionsrunde im Seniorenbeirat. Von links: Sebastian Knopf (Linke), Marcus Held (SPD), Heiner Boegler und Jan Metzler. Foto. Gernot Kirch
Von Gernot Kirch Der Seniorenbeirat der Stadt Worms hatte zu seiner öffentlichen Sitzung am Montagmorgen die fünf Direktkandidaten der im Bundestag vertretenen Parteien eingeladen. Leider konnten Manuel Höferlin (FDP) und Jan-Paul Stich (Grüne) nicht anwesend sein, sodass sich der Kreis auf drei Politiker beschränkte. Dies waren Jan Metzler (CDU), Marcus Held (SPD) und Sebastian Knopf (Linke). Die Leitung der Diskussion hatte der Vorsitzende des Seniorenbeirates, Heiner Boegler, übernommen. Im Zentrum der Befragung standen Themen aus den Bereichen Arbeit, Soziales, Armut und Gesundheit. Heiner Boegler führte souverän durch die etwa anderthalbstündige Diskussion und teilte dabei die Redezeit gleich auf.
Beim Thema bezahlbarer Mietwohnungen sprachen sich Marcus Held und Jan Metzler für die Förderung bzw. Wiederaufnahme des sozialen Wohnungsbaus aus. Sehr engagiert äußerte sich Sebastian Knopf zur Altersarmut. Er mahnt, dass sie in Zukunft noch mehr Menschen betreffen werde, da viele Arbeiter in unteren Lohngruppen beschäftigt seien. Er forderte eine Mindestrente in Höhe von 1.050 Euro und das Renteneintrittsalter wieder auf das 65. Lebensjahr zu senken. Gleichzeitig sollten Leiharbeit abgeschafft, Mini-Jobs eingeschränkt und ein Mindestlohn von zehn Euro eingeführt werden.
Marcus Held sprach sich für „gescheite” Löhne und Renten aus, von denen die Menschen leben können. Die Forderung, die Tarifpartner sollten alleine die Löhne aushandeln sei falsch, so Marcus Held, da es in vielen Unternehmen gar keine Gewerkschaften und gar kein Betriebsrat mehr existierten, die dies könnten. Eine gesetzliche Regelung sei daher sinnvoll.
Jan Metzler verwies auf die wirtschaftlichen Erfolge der Bundesregierung. So habe Deutschland inzwischen den höchsten Beschäftigungsstand seit der Wiedervereinigung. Insgesamt habe die Regierung 1,9 Millionen Jobs entstanden, von denen 1,2 Millionen sozialversicherungspflichtig seien. Die Leiharbeit solle nur die Produktionsspitzen abfangen.
Im Bereich Gesundheitsversorung forderte Marcus Held eine Bürgerversicherung für alle, in die jeder einzahlt. Jan Metzler sprach sich gegen ein Einheitssystem aus, das für alle gleich schlecht sei.