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  • Do., 24. März 2016, 17:38 Uhr
    Landfrauen im Kreis Worms spenden 1.000 Euro an das Warbede Frauenzentrum

    Sexualisierte Gewalt verändert das ganze Leben!

    Die Landfrauen im Kreis Worms unterstützen die wertvolle Arbeit des Warbede Frauenzentrums mit 1.000 Euro. Foto: Vera Beiersdörfer

    Von Vera Beiersdörfer Frauen und Mädchen, die missbraucht wurden, sind häufig voller Scham und wissen nicht, wo sie Rat und vor allem Hilfe bekommen. Vergewaltigung und sexuelle Belästigung, egal ob kürzlich erlebt oder, ob es sich um Ereignisse handelt, die bereits Jahre zurückliegen, können ein Leben ändern und ganz unterschiedliche Folgen haben. Das Warbede Frauenzentrum Worms e.V.  ist eine Fachstelle zum Thema sexualisierte Gewalt an Frauen und Mädchen ab 14 Jahren. Der Frauennotruf unterstützt die Betroffenen dabei auf mannigfaltige Art und Weise – angefangen bei der Beratung, über Psychotraumaarbeit bis hin zu Begleitung bei Anzeigenerstattung, Prozessvorbereitung und im Gerichtsverfahren.


    Um diese wichtige Arbeit finanziell zu unterstützen, entschieden sich die Landfrauen im Kreis Worms 1.000 Euro ihres Ertrages vom Herbstmarkt der Wormser Frauenverbände an die Einrichtung im Lutherring zu spenden. Landfrauen der 21 Ortsvereine hatten vergangenes Jahr durch den Verkauf von Leckereien aus Küche und Keller sowie mit Bastelarbeiten mehrere tausend Euro für den guten Zweck auf dem Obermarkt erwirtschaftet.


    „Mädchen und Frauen können in nahezu allen Lebensbereichen mit unterschiedlichen Formen sexualisierter Gewalt konfrontiert werden. Allein aus öffentlichen Geldern, können wir unser Beratungsangebot  nicht finanzieren und sind daher jährlich auf ein Spendeneinkommen von rund 25.000 Euro angewiesen”, erklärte Regina Mayer vom Warbede Frauenzentrum, die sich vielmals bei den anwesenden Damen für die Unterstützung bedankte. Hannelore Reinheimer, Vorsitzende des Kreisvorstandes der Wormser Landfrauen, berichtete, dass es eine Herzensangelegenheit sei, einen Beitrag für die wichtige Arbeit der Notruf und Beratungsstelle beizusteuern.


    Ein Nein muss reichen!
    Die Notruf und Beratungsstelle versteht ihre Aufgabe neben der Unterstützung von Frauen in Krisensituationen auch darin, als deren politische Interessenvertretung zu fungieren. „Das Bundeskabinett hat am 16. März 2016 eine Reform des Sexualstrafrechts beschlossen. Diese geplante Reform geht uns jedoch nicht weit genug”, betonte Regina Mayer während des Besuchs der Landfrauen, bei dem sowohl die Räumlichkeiten besichtigt, als auch über die geleistete Arbeit informiert wurde. Aktuell ist es nach deutschem Recht keine Straftat, wenn sexuelle Handlungen allein gegen den ausdrücklichen Willen einer Person begangen werden.  Die sexuelle Selbstbestimmung in Deutschland wird auch nach gesellschaftlicher Auffassung weiterhin nicht umfassend geschützt”, so Mayer weiter. Die jetzige Gesetzeslage stützt sich auf die zentrale Frage, ob die Betroffene sich gewehrt habe oder nicht. Ein klares „Nein” reicht für eine Strafbarkeit nicht aus. Der Bundesverband Frauenberatungsstelle und Frauennotrufe (bff) tritt daher dafür ein, dass die körperliche Gegenwehr des Opfers nicht relevant für die Strafbarkeit sein sollte. „Für die Strafbarkeit eines sexuellen Übergriffs sollte es zentral auf das Verhalten des Täters und nicht auf das Verhalten der belästigten Frau ankommen. Jede nicht einverständliche Handlung muss unter Strafe gestellte werden!”, plädierte Regina Mayer abschließend dafür, die Online-Petition „Nein heißt nein”! auf change.org. zu unterzeichnen.

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