Handball Oberliga Rheinland-Pfalz / Saar Männer: HSG Worms ringt Oberliga-Spitzenteam SV Zweibrücken in rasantem Spiel ein 27:27-Unentschieden ab
Shootout der Außen
Marvin „Air“ Seyfried auf dem Weg zu einem seiner fünf Treffer. Ob beim rasanten Tempo-Gegenstoß oder auf Linksaußen: Zusammen mit Rechtsaußen Steffen Dietz nahm Marvin Seyfried die Abwehr des SV Zweibrücken in die Zange. Foto: Felix Diehl
Von Jürgen Jaap | HSG Worms 2019: Da ist viel „Gut-Drauf“ und jede Menge Power drin. Wen die fünf Siege in Serie der Wormser Drachen zuletzt nicht davon überzeugten, der durfte Sonntagabend in der Nikolaus-Dörr-Halle letzte Zweifel über die Richtigkeit dieser These beseitigen. In einem rasanten Duell zweier (aktueller) Oberliga-Topteams boten die HSG Worms und der Tabellendritte SV Zweibrücken Handballsport vom Feinsten. Am Ende trennten sich die beiden momentan formstärksten Mannschaften der Oberliga Rheinland-Pfalz / Saar vor 300 begeistert mitfiebernden Handball-Fans leistungsgerecht mit einem 27:27-Unentschieden (14:16).
„Das Spiel hatte keinen Verlierer verdient“, fand nicht allein Marvin Seyfried. Der pfeilschnelle HSG-Linksaußen hatte sich zusammen mit seinem Pendant Steffen Dietz auf Rechtsaußen mit den Außenspielern Philipp Hammann (rechts) und Benjamin Zellmer (links) des SV Zweibrücken eine „Schießerei“ auf höchstem Oberliga-Niveau geliefert. Jeweils neun Treffer hämmerten die auffälligsten Spieler in einer von der ersten bis zur letzten Minute mitreißenden Partie in die Maschen. Tolle Spielzüge auf beiden Seiten, schnelle Ballstafetten, Torhüter, die hielten, was nicht unhaltbar war: ein Feuerwerk modernen Handballs. „Wir haben Kampfgeist bewiesen, ließen uns auch durch einen frühen Rückstand nicht verunsichern“, beeindruckte HSG-Coach Marco Tremmel („Die Erfolge der letzten Wochen haben die Köpfe freigemacht“) vor allem die psychische Stärke seiner Truppe. Ein 6:10-Rückstand (18.) gegen die von Beginn weg wie ein Spitzenteam auftretenden Westpfälzer warf die Wormser Drachen nicht aus der Bahn.
Ganz im Gegenteil. Nach einer Auszeit und der Umstellung der 6:0-Abwehr auf 5:1 mit Denis Markert als Pfeilspitze der HSG-Defensive lief es bei den Gastgebern immer besser. Bis zur Pause hatte Worms den Abstand auf zwei Tore verkürzt. Und als bei Zweibrücken Philipp Hammann, deren stärkster Angreifer mit insgesamt sieben Treffern, Mitte der zweiten Hälfte auch einmal auf der Bank verschnaufen musste, gingen die Drachen erstmals nach der frühen 1:0-Führung wieder mit 23:22 in Front (49.). „Wir konnten letztlich zufrieden sein, dass wir die Partie nicht verloren haben“, zollte auch Gästecoach Klaus-Peter Weinert der HSG Worms gehörigen Respekt. Angetrieben von Spielmacher Denis Markert und durch den robust am Kreis Freiräume schaffenden HSG-Kapitän Markus Metzdorf drückten die Wormser Drachen nun kräftig auf die Tube.
Und wie es sich für ein Topspiel gehört, stieg die Spannung in den letzten fünf Spielminuten ins Unermessliche. Hin und her wogte das Match. Beide Teams wollten sich unbedingt den Sieg schnappen. Steffen Dietz (57.) und Denis Markert (59.) drehten einen 25:26-Rückstand in einen 27:26-Vorsprung. Der starke SV-Linkshänder Niklas Beyer glich aus. Auszeit HSG Worms mit noch 15 Sekunden auf der Uhr. Wer würde den letzten Schuss bekommen? Konstantin Herbert sollte aus dem Rückraum treffen. Doch drüber. Aus. 27:27 – ein gerechtes Resultat in einem furiosen Handball-Spiel. Und ein zufrieden resümierender HSG-Trainer Marco Tremmel: „Den Punkt wollten wir heute unbedingt in Worms behalten.“