Im Dezember vergangenen Jahres hatte die Stadt Worms im Rahmen eines Pressegesprächs einen Aufruf zur Bildung einer Wasserwehr gestartet. Denn wenn die Flüsse über die Ufer treten, sind sichere Deiche lebenswichtig. Regelmäßig, meist im Winter und/oder im Frühjahr, sind auch in Worms Anwohner von Rhein und Pfrimm von Hochwassern betroffen.
Die Deichkontrolle kann in solchen Fällen jedoch nicht von Feuerwehr und THW geleistet werden, da diese meist schon ins Geschehen mit eingebunden sind und auch das Tagesgeschäft weiterläuft. Bisher organisierten sich Anwohner betroffener Gebiete selbst, um die notwendigen Deichwachen zu übernehmen. Als kreisfreie Stadt ist Worms jedoch gemäß Paragraph 91 Landeswassergesetz verpflichtet, eine Wasserwehr zu bilden.
Die Feuerwehr hatte deshalb Ende des Jahres auf dem Postweg Informationsflyer an alle Wormser Haushalte verteilt. „Die Resonanz auf die Aktion war ordentlich, wir haben auf diesem Wege 107 Meldungen erhalten“, berichtet Bürgermeister Hans-Joachim Kosubek. Nichts desto trotz appelliert er an die Bevölkerung, sich auch weiterhin für die Wasserwehr zu melden. „Natürlich freuen wir uns über die positiven Rückmeldungen, aber damit die Aufgaben der Wasserwehr adäquat erfüllt werden können, benötigen wir noch weitaus mehr Helfer“, betont er. Schließlich müssen die Deiche im Falle eines Hochwassers rund um die Uhr kontrolliert werden – und das über mehrere Tage hinweg.
Zwar haben Stadt und Land in den letzten 15 Jahren kräftig in den Hochwasserschutz investiert, doch auch wenn die Deichhöhe ein 100-jähriges Hochwasser zurückhält, lassen sich Beschädigungen an den Rückhaltebauwerken nie ausschließen. Im Ernstfall, sollte eine Leckage im Deich entdeckt werden, muss diese unverzüglich repariert werden. Die Mitglieder der Wasserwehr kontrollieren und sichern sämtliche Hauptdeiche ab einem Rhein-Pegelstand von 650 cm. Für diese Aufgabe seien mehrere 100 freiwillige Helfer notwendig, hatte Stadtfeuerwehrinspekteur Klaus Feuerbach bei dem ersten Aufruf deutlich gemacht.
Deshalb bittet die Stadt Bürger weiterhin um Mithilfe. Wer sich für die Wasserwehr melden möchte, sollte mindestens 16 Jahre alt und in körperlich guter Verfassung sein. Im Einsatzfall erhalten die Mitglieder der Wasserwehr eine Aufwandsentschädigung von 7,50 Euro je Stunde – das entspricht der der Freiwilligen Feuerwehr. Fragen zur Wasserwehr beantworten alle Ortsvorsteher, die den Einsatz der Wasserwehr auch koordinieren werden. Dort können sich Interessierte auch melden, wenn sie für die Wasserwehr verpflichtet werden wollen.
Die Helfer, die sich bereits gemeldet haben, werden im Juni dieses Jahres verpflichtet.
Informationen zur Wasserwehr gibt es zudem auch im Internet unter www.wasserwehr-worms.de sowie per E-Mail an wasserwehr@worms.de.
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