
6.15 Uhr morgens am Langener Waldsee. Die Spannung steigt, während die letzten Athleten das Einschwimmen nach und nach beendeten. Das Wetter hätte nicht besser sein können: Trocken, leicht bewölkt, windstill und mild. Eine Sorge weniger für die insgesamt über 3.000 Starter, darunter die Vereinskollegen des 1. WSC Poseidon Worms: Grazyna und Artur Bury, Anke und Gerd Asel, Sven Barth, Stefan Knies und Hans-Joachim Richter.
Allesamt lieferten ein spannendes Rennen ab, das ihre Supporter auf Trab hielt. Nach genau 58 Minuten verließ Artur als sehr guter Schwimmer den Waldsee und machte sich auf den steilen und sandigen Aufstieg zur ersten Wechselzone, wo sein Zeitfahrrad bereits auf ihn wartete. Sven, Gerd und Stefan schwammen die 3,8 km beinahe gleich schnell und kamen nach 1:09 h, 1:11 h und 1:10 h aus dem Wasser. Hans-Joachim schwamm mit 1:18 h eine sehr gute Zeit, ebenso wie Anke mit 1:20 h. Grazyna kam nach 1:22 h aus dem See, fokussiert und erpicht darauf, ihre Radbeine auszupacken und eine Konkurrentin nach der anderen einzuholen.
Und tatsächlich: Bereits nach der Hälfte der Radstrecke, nach 90 km, lag sie auf Platz 4 der W45-49 und fuhr zum Schluss des Radfahrens sogar auf den zweiten Platz vor. Ihre Radzeit betrug letztendlich sagenhafte 5:10 h, Artur fuhr mit 5:08 h zwei Minuten schneller. Stefan fuhr 5:17 h, wobei er sich seine Kraft für das anschließende Laufen eingespart hat, Gerd benötigte flotte 5:33 h für die zweite Disziplin, Sven brauchte 6:02 h, Anke 7:14 h. Hans-Joachim fuhr die ersten 40km sehr schnell an, hatte Probmeme bei „The Hell“, eine Kopfsteinpflasterpassage inklusive Anstieg, da sich seine Bremse verstellt hatte, deren Reparatur kostbare Zeit in Anspruch nahm.
Nach 7:54 h Radfahren ging er auf die Laufstrecke und kämpfte sich den Marathon durch, bis er nach insgesamt 15:16 h die Ziellinie überquerte. Anke finishte ihren ersten Ironman nach sagenhaften 14:17 h, ihr Ehemann Gerd kam nach 11:18 h ins Ziel, überglücklich auch rückblickend auf die schönen Trainingseinheiten und das Trainingslager auf Fuerteventura, das sie beide für diesen besonderen Tag stark gemacht hat. Sven, dessen Rennen bisher wie geplant verlief, bekam nach 14 km der Marathonstrecke Wadenkrämpfe, was ihn eine Stunde des Rennens kostete. Dennoch kämpfte er sich durch und finishte nach 12 h den Ironman. Stefan kam nach 10:23 h mit einem sehr starken Marathon ins Ziel.
Auch Artur absolvierte einen unglaublichen Marathon: Obgleich er das erste Drittel der Strecke zu schnell anlief, konnte er sich im letzten Drittel des Marathons wieder aufraffen und seine Pace durchlaufen. Nach 10:02 h überquerte er die Ziellinie am Römer. Unterdessen hielt sich Grazyna beim Laufen solide auf dem zweiten Platz. Ungeachtet dessen, dass der Rückstand auf die erste immer weiter schmolz, wurde sie zum Schluss überraschenderweise dritte, die Marathonstrecke war dann doch zu kurz für ein Überholmanöver der ersten. Obwohl sie aus diesem Rennen viel lernen konnte und einiges hätte besser machen können, ist sie trotzdem sehr zufrieden und nahm bei der am Tag darauf stattfindenden Siegerehrung glücklich den Startplatz für die Ironman Weltmeisterschaft auf Hawaii im Oktober diesen Jahres an. Der Verein ist sehr gespannt, was sie da auf die Beine stellen wird und drückt alle Daumen für einen reibungslosen Wettkampf.