Landesbetrieb Mobilität informierte am Montag über das Straßenprojekt mit Kosten in Höhe von 36 Millionen Euro / Baubeginn noch in diesem Jahr
Sieben Jahre Bauzeit für die B 47 neu Südumgehung
Vertreter der Stadt und des Landesbetriebes Mobilität (LBM) informierten am Montagabend die Bürger. Foto: Gernot Kirch
Von Gernot Kirch Seit den 1960er Jahren wird in Worms über die B 47 neu Südumgehungen gesprochen. Absicht dieses 2,3 Kilometer langen, vierspurigen Abschnitts der Bundesstraße 47 ist es, die Nibelungenstadt vom Verkehr zu entlasten und ihn südlich um die Kernstadt herumzuführen. Nach Jahrzehnten der Diskussionen und Planungen war es im Juli 2015 soweit und der Bund genehmigte die Finanzmittel in Höhe von rund 36 Millionen Euro. Nachdem die Grundstückskäufe jetzt weitestgehend abgewickelt, juristische Streitigkeiten beigelegt und die Feinausplanungen abgeschlossen wurden, soll der Baubeginn noch 2016 sein. Insgesamt ist eine Bauzeit von rund sieben Jahren vorgesehen, sodass die Fertigstellung für Ende 2022 beabsichtigt ist. Bereits ab dem 16. Mai 2016 wird die bereits bestehende Verbindungsstraße zwischen der Autobahn A 61 und der Kolpingstraße vierspurig ausgebaut, wobei diese Baumaßnahme nicht zum eigentlichen Verkehrsprojekt B 47 neu gehört. Lesen Sie dazu bitteden gesonderten Artikel.
Info-Abend
Die Stadt Worms sowie der Landesbetrieb Mobilität (LBM), der als Landesbehörde für die Umsetzung verantwortlich ist, hatten am Montag zu einem Informationsabend ins EWR-Kesselhaus eingeladen. Rund 150 Bürger konnten begrüßt werden. Nach den Einführungsworten durch Oberbürgermeister Michael Kissel erläuterte Martin Schafft vom LBM die Details des Projektes. So werden sich die Kosten nach bisheriger Berechnung auf 36,2 Millionen Euro belaufen, davon entfallen 6,5 Millionen Euro auf den Grunderwerb und 29,7 Millionen Euro sind Baukosten. Besondere Herausforderungen für den Neubau der vierspurigen Bundesstraße sind der Neubau einer Vielzahl von Bauwerken, so Martin Schafft. Es werden alleine acht Brücken bzw. Unterführungen gebaut. Dazu kommen fünf Kreisel. Ein wichtiger Bestandteil des Projektes ist der aktive Lärmschutz in einer Länge von 1.000 Meter mit bis zu 4,50 Meter hohen Schutzwänden. Der Flächenbedarf beläuft ich auf 36 Hektar.
Entlastung für Kernstadt
Die B 47 neu wird in mehreren Bauabschnitten realisiert. Zunächst wird das Teilstück vom Autobahnzubringer an der Kolpingstraße bis zur Horchheimer Straße bis 2019 fertiggestellt, dann folgt das Stück bis zur Klosterstraße. Hier ist eine Realisierung bis 2020 geplant. Beide Teilstücke werden nach der Vollendung dem Verkehr übergeben. Die Schlusspunkte setzen die Brücke über die Bahnstrecke und der Anschluss an die Bundesstraße 9. Die B 47 neu soll je nach Abschnitt zwischen 20.000 und 28.000 Fahrzeuge täglich aufnehmen. Damit, so OB Michael Kissel, wird die Kernstadt vom Verkehrslärm nachhaltig entlastet. Ein Problem bleibt allerdings, dass es über der Rheinbrücke auf hessischer Seite nur zweispurig weitergeht.
Lärmschutz und Tempolimit
Nach dem Ende der Präsentation begann im EWR-Kesselhaus die Aussprache mit den Bürgern. Das beherrschende Thema war der Lärmschutz. So fragte eine Frau, ob der Lärmschutz für Horchheim ausreiche? Martin Schafft erläuterte hier, dass es gründliche, schalltechnische Untersuchungen gab. Bei der Planung habe sich der LBM an die gesetzlichen Vorgaben gehalten, die eher zugunsten der Bürger ausgelegt würden. Eine weitere Frage bezog sich auf die Lärmschutzwände an der Karl-Marx-Siedlung. Ergänzend wurde von vielen Bürgen gefordert, die Geschwindigkeit von den vorgesehenen 100 Stundenkilometern auf 80 oder besser noch 70 herabzusenken. Dies würde für eine deutliche Verminderung des Lärms sorgen. Zumal Autofahrer, wenn 100 erlaubt seien, eher schneller fahren würden. OB Kissel sagte hier zu, dies zu prüfen.
Martin Schafft wies am Ende der Veranstaltung daraufhin, dass die gesamte Präsentation im Internet einzusehen ist: www.suedumgehung-worms.de
Die Mitarbeiter des LBM stehen auch für individuelle Fragen zur Verfügung. Ansprechpartner ist hier Herr Martin Strehler. Tel.: 06241 / 401 685