Die Mannheimer Kufencracks mussten sich am Dienstag unglücklich mit 4: 5 Toren gegen Straubing geschlagen geben
Siegesserie der Adler reißt
Ein hart umkämpftes Match, bei dem die Straubinger (weiße Trikots) am Ende die glücklichen Sieger waren. Foto: Gernot Kirch
Von Gernot Kirch Die Mannheimer Adler unterlagen am Dienstagabend sehr unglücklich mit 4:5 (1:3/1:1/2:1) Toren gegen die Straubing Tigers. Nach fünf Siegen in Folge gab es für die Blau-Weiß-Roten wieder mal einen Rückschlag. In der Tabelle bleiben die Adler auf Rang fünf. Das Ärgerliche an der Niederlage gegen Straubing, die Mannheimer brachten sich mit dummen, individuellen Fehlern selbst um den verdienten Lohn ihrer Arbeit. Straubing agierte clever und klug, somit ist der Sieg nicht gänzlich unverdient, aber aus Mannheimer Sicht völlig unnötig.
Für die Mannheimer sah es zwei Drittel lang gar nicht gut aus. Sie lieferten über 40 Minuten lang eine grottenschlechte Partie ab. Die Nordbadener waren unkonzentriert, agierten leichtsinnig und es fehlte der Biss und die Leidenschaft. Die Straubinger 4:2 Führung nach zwei Dritteln war daher völlig verdient. Doch im letzten Abschnitt drehten die Adler dann gewaltig auf und spielten die Tigers förmlich an die Wand. Bis zur 51. Minute hatten sich sich die Blau-Weiß-Roten mit tollem Eishockey zum 4:4 herangearbeitet. Der Mannheimer Siegtreffer lag in der Luft und schien nur mehr eine Frage der Zeit zu sein. Dann aber ein Patzer im Spielaufbau der Adler und die Tigers erzielten den 5:4 Siegtreffer.
Zu erwähnen ist noch, dass die Adler über einige Phasen der Partie nicht nur gegen die Straubinger spielen mussten, sondern auch von den Schiedsrichtern mit zweifelhaften Entscheidungen benachteiligt wurden. In dem schwachen Schiedsrichtergespann den Grund für die Niederlage zu suchen, wäre falsch, dennoch steuerten die Unparteiischen ihren Teil zum Ergebnis bei.
Einen riesigen Applaus erhielt vor der Partie übrigens Adler-Verteidiger Dennis Reul, der nach monatelanger Verletzungspause erstmals wieder mitwirken konnten.
Am Freitag erwarten die Adler mit dem EHC Red Bull München einen ganz schweren Gegner in der SAP-Arena. Am Sonntag müssen die Mannheimer in Nürnberg antreten.
Zur Chronologie
1. Drittel
Ein flotter Beginn, bereits nach anderthalb Minuten hatte Adler-Stürmer Ryan MacMurchy die Chance zum Führungstreffer, aber er vergab knapp. Nach zwei Minuten fand eine heftige Rauferei zwischen dem Mannheimer Brandon Yip und dem Straubinger Colton Jobke statt. Dann war Mannheim in Unterzahl, überstand die Straubinger Drangphase aber ohne Gegentor. Im Anschluss waren die Blau-Weiß-Roten in Überzahl, aber auch ihnen gelang kein Treffer. In der 9. Minute dann der überraschende und umstrittene Führungstreffer zum 1:0 für Niederbayern. In der Folge gerieten die Adler aus dem Tritt und die Tigers bestimmten das Geschehen auf dem Eis. Begünstigt wurden die Straubinger hierbei von einigen Entscheidungen der Unparteiischen. In der 13. Minute erzielte Dylan Yeo das 2:0 für die Niederbayern. Erst jetzt erwachten die Adler. Der verdiente Lohn war der Anschlusstreffer zum 1:2 in der 16. Minute durch Ryan MacMurchy. Jetzt marschierten fast nur noch die Mannheimer. Doch mitten ihre die Drangphase hinein, wieder ein Fehler im Spielaufbau bei den Adlern, den Tiger-Stürmer Hedden in der 20. Minute zur 3:1 Führung nutzte. Fazit: Ein zerfahrener Abschnitt mit frechen Tigern, bei dem die Adler nicht richtig in Tritt fanden. Die 3:1 Führung der Straubinger zu hoch, aber gerecht. Torschüsse: Mannheim 12 - Straubing 14
2. Drittel
Auch im zweiten Abschnitt wirkten die Adler unkonzentriert und fanden nicht zu ihrem Spiel. Die Straubinger hingegen immer wieder mit gefährlichen Kontern. In der 26. Minute dann das 4:1 für den bayerischen Kleinstadtclub durch Blaine Down. Die Adler wechselten nun ihren Torhüter aus, für den etwas unglücklich agierenden Youri Ziffer kam Dennis Endras aufs Eis. In dieser Phase erneut schwach die Schiedsrichter, die Straubing bevorteilten. Mannheim nun vollkommen von der Rolle. Es lief kaum mehr etwas zusammen. Erst nachdem Adler-Verteidiger Sinan Akdag in der 32. Minute den 2:4 Anschlusstreffer markierte, fanden die Blau-Weiß-Roten wieder zu ihrem Spiel. Bis zur Pause blieb es aber bei der Straubinger Zwei-Tore-Führung. Fazit: Schwache Adler, schlechte Schiedsrichter und clevere Tigers sorgten für den Zwischenstand von 4:2 zugunsten der Straubinger. Torschüsse: Mannheim 8 - Straubing 8
3. Drittel
Ab jetzt marschierten nur mehr die Adler und die Niederbayern waren vollkommen in die Defensive gedrängt. Die Mannheimer mit ganz dickem Chancen im Fließbandtempo. In der 46. Minute der hoch verdiente Anschlusstreffer zum 3:4 durch den Mannheimer Ronny Arendt. Einen heftigen Tumult gab es in der 48. Minute nach einem üblen Foul eines Straubingers. Im Anschluss die Nordbadener in Überzahl, blieben aber ohne Torerfolg. Dann waren noch zehn Minuten zu spielen und die Adler machten weiter mächtig Dampf. In in der 51. Minute erzielte schließlich Kai Hospelt den 4:4 Ausgleich. Die Adler drängten jetzt mit aller Macht auf den Siegtreffer, waren aber zu offensiv und wurden leichtsinnig. So passierte erneut ein Fehler im Spielaufbau, woraufhin die Tigers einen Konter fuhren, den Rene Röthke in der 55. Minute zum 5:4 für Straubing abschloss. Die Adler versuchten noch einem alles und nahmen ihren Torwart zugunsten eines sechsten Feldspielers heraus. Doch es half nichts mehr, es blieb beim glücklichen 5:4 für die Niederbayern. Fazit: Mannheim mit einer tollen Aufholjagd, aber mit zu viel Leichtsinn, was den Tigers einen glücklichen Sieg bescherte. Torschüsse: Mannheim 7 - Straubing 7