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  • Do., 23. Februar 2017, 09:37 Uhr
    Zufriedenstellende Bilanz 2016: Sparkasse Worms-Alzey-Ried gestaltet digitalen Wandel / Wachstum bei Multimedia-Center und Krediten / Kleiderordnung gelockert

    „Sind allen Aufgaben nachgekommen”

    Die Sparkasse Worms-Alzey-Ried hat auch in die digitale Infrastruktur für ihre Kunden weiter ausgebaut und einen Hotspot in der Hauptstelle in Worms installiert. Dort surfen Besucher für 60 Minuten kostenlos mit ihrem Notebook, Smartphone oder Tablet im Internet. Darüber informierte der Vorstand der Sparkasse (von links) mit Vorstandsmitglied Wolfhard Hensel und Frank Belzer, dem Vorstandsvorsitzenden Dr. Marcus Walden und Vorstandsmitglied Franz Horch im Rahmen der Bilanzpressekonferenz am Mittwoch. Foto: Steffen Heumann


    VON STEFFEN HEUMANN Die Sparkasse setzt ihr solides Wachstum im Kreditgeschäft auch 2016 mit einem Anstieg um 4,3 Prozent auf 1.866,3 Millionen Euro und um 3,3 Prozent auf 2.396,1 Millionen Euro bei den Kundeneinlagen weiter fort. Die Bilanzsumme stieg dabei um 36,3 Millionen Euro auf 2.908,1 Millionen Euro. Insgesamt wurden 371 Millionben Euro an Darlehenssumme wurden von der Sparkasse neu zugesagt. Trotz harten Wettbewerb, schwierigen Rahmenbedingungen und Niedrigzinsen ist das regionale Geldinstitut mit dem Betriebsergebnis in Höhe von 24 Millionen Euro zufrieden und blickt mit Optimismus in die Zukunft.

    „Wir sind allen Aufgaben nachgekommen”, fasst Vorstandsvorsitzender Dr. Marcus Walden das abgelaufene Geschäftsjahr zusammen. Trotz zunehmender Komplexität sei es gelungen, persönlichen wie digitalen Beratungsbedarf zum Nutzen der Kunden zu kombinieren. Das neue Multimedia-Center habe sich dabei als Geschäftsstelle im eigenen Haus etabliert, verwies Walden auf das Wachstum im digitalen Bereich, so dass alsbald mit einer Aufstockung des bislang 5-köpfigen Beraterteams zu rechnen sei. Obwohl eine weitere Konzentration der 28 Geschäftsstellen nicht auszuschließen sei, setze man weiterhin auf modern ausgestattete Filialen als Begegnungsräume für hochwertige Beratungsleistungen von Menschen für Menschen, so das klare Bekenntnis des Vorstandsvorsitzenden. Innovativ zeigt sich die Sparkasse nicht nur beim digitalen Wandel mit neuen App-Funktionen wie Kwitt, bei der die Kunden Geldbeträge bis 30 Euro einfach von Handy zu Handy senden und anfordern können oder Fotoüberweisungen, die das Begleichen von Rechnungen durch einfach abfotografieren ermöglichen.

    Mit Kunden und Trend weiterentwickeln

    Als Arbeitgeber und Ausbildungsbetrieb geht die Sparkasse Worms-Alzey-Ried auch in puncto Kleiderordnung voran. Ab dem Frühjahr gilt für die 56s4 Mitarbeiter und Auszubildenden „Business casual“ als Alternative zu bisherigen Vorschriften. „Leger, aber keinesfalls Freizeitlook”, erläutert Dr. Marcus Walden den nach Umfragen eindeutig gewünschten Wandel, um Distanzen abzubauen und den Kunden künftig „natürlicher” entgegenzutreten. In Rheinland-Pfalz sei man da Vorreiter. Mitarbeiter mit Erfahrungen in der Modebranche hätten sich für den neuen Dresscode stark gemacht, der aber nicht verpflichtend sei.

    Weiterhin Wachstum bei Krediten

    Vorstandsmitglied Frank Belzer skizzierte die erfreuliche Entwicklung des Kreditgeschäftes. Der Anstieg des Kreditvolumens auf 1.866,3 Millionen Euro sei einerseits auf niedrige Zinsen, die hohe Zuwachsraten versprechen, aber auch auch auf die hohe Kompetenz eigener qualifizierter Finanzierungsexperten zurückzuführen. Von der Vergabe neuer Kredite, insgesamt wurde eine Darlehenssumme von 371 Millionen Euro neu bewilligt, profitierten Privatkunden, Wirtschaft, Wohnungsbau, aber auch die Kommune, führte Belzer weiter aus. Immobilien seien weiterhin als Kapitalanlage nachgefragt. Trotz aktueller Diskussionen bleibe der Bausparvertrag ein echter Klassiker. In der Steigerung der Kundenanlagen lasse sich der Wunsch nach sichere Geldanlagen ablesen, ergänzte Frank Belzer. Die Kundeneinlagen betrugen zum Bilanzstichtag 2.396,1 Millionen Euro. Das Anlageverhalten bleibe trotz Optionen im Wertpapiergeschäft jedoch eher traditionell. Ein passender Anlagemix sei daher die Empfehlung für Kunden, die eine zufriedenstellende Rendite erzielen möchten.

    Entwicklung und Bürgerdividende

    Gegenüber ihren Kunden stehe die Sparkasse in einer besonderen Verantwortung, merkte Vorstand Franz Horch an. Eine Entwicklung hin zu Minuszinsen durch sogenannte Verwahrentgelte wolle man in jedem Fall vermeiden. Als regionales Institut sei man immer mehr von Regulatorien betroffen, die für internationale Großbanken gelten. Ein Mehraufwand, der auch mit Kosten verbunden sei. Umso zufriedener sei man daher mit dem Ergebnis von 0,84 Prozent der durchschnittlichen Bilanzsumme zufrieden. Das entspreche etwa dem Vorjahresniveau, erklärte Wolfhard Hensel mit Blick auf das Betriebsergebnis. „Wären da nicht die Zinsen, dann könne man von erfreulichen Rahmenbedingungen für das Bankgeschäft sprechen”, so Hensel. Quersubventionierungen zwischen einzelnen Geschäftsfeldern seien nicht mehr möglich. Es gelte immer mehr Risiken abzuwägen und sich mit vielen denkbaren Szenarien zu beschäftigen. Mit einem Maßnahmenpaket habe sich die Sparkasse jedoch auf die neuen Anforderungen eingestellt, lautete das Fazit der Vorstände. Die hohe Eigenkapitalausstattung von 305 Millionen Euro sei eine Art Lebensversicherung und der Nachweis, dass das Geschäftsmodell funktioniere. Von den Früchten des Erfolges profitiere auch die Region. Neben den Zinserträgen der Stiftung von 64.000 Euro, habe die Sparkasse Worms-Alzey-Ried im abgelaufenen Jahr rund eine Millionen Euro an Sponsorengeldern zur Unterstützung von Jugend, Kultur, Vereinen oder den Sport zur Verfügung gestellt.

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