FRIDAYS GEGEN ALTERSARMUT: Rund 100 Bürger nutzen bei Mahnwache Gelegenheit zum Erfahrungsaustauch / „Versagen der Politik“
„So kann es nicht weitergehen!“
Erste Mahnwache von Fridays gegen Altersarmut auf dem Obermarkt in Worms. Foto: Steffen Heumann
VON STEFFEN HEUMANN Ob aus Einhausen, Gundheim oder aus Richtung Alzey und Worms. Die Bürger, die dem Aufruf der Fridays gegen Altersarmut-Initiative gefolgt waren und sich am Freitagmittag auf dem Obermarkt versammelt haben, sind sich einig: „So kann es nicht weitergehen! Die Angst vor einer drohenden Altersarmut ist gegenwärtig.“ Beispiele wurden zur Genüge angeführt. Der Frust ist groß, die Schuldigen schnell ausgemacht: die Politik habe versagt!
Für die Wormser FgA-Aktivistin Doreen Naumann ist die erste Mahnwache ein voller Erfolg. Naumann hofft, dass das Interesse beim nächsten Termin am 15. Februar wieder groß sein wird. Das Vertrauen in die Volksvertreter, ein würdevolles Leben im Alter zu ermöglichen, schwindet. Die Ängste der Bürger vor einer ungewissen Zukunft, drohender Armut und sozialem Abstieg seien groß.
Eine Lösung der Probleme können auch die FgA-Teilnehmer nicht anbieten. „Wir arbeiten daran!“, erklärt Doreen Naumann, dass mit der Optimierung des Netzwerkes auch Strukturen wachsen sollen, um den Forderungen nach mehr sozialer Gerechtigkeit Nachdruck zu verleihen.
Dass dem Ideengeber der Aktion ein zweifelhafter Ruf anhaftet und dadurch schnell droht, politisch in die rechte Ecke gedrängt zu werden, spielt für die überwiegende Mehrheit der Teilnehmer keine Rolle. Das könne jeder halten, wie er will, bekundeten einige der Befragten. Der Eindruck bestätigt sich in den Gesprächen mit Menschen, die einfach nur aus Überzeugung an der Mahnwache teilgenommen haben, „weil sich in der Gesellschaft was ändern muss“.
Anmerkung: Nach Schätzungen gab es am Freitag deutschlandweit rund 200 Kundgebungen, an denen auch eine teils mehr oder weniger große Anzahl von Personen aus dem rechten Spektrum teilnahm. In Worms kam es zu Irritationen seitens der Veranstalterin Doreen Naumann, wie die Polizei berichtete, weil Naumann deren Beteiligung an der Mahnwache teilweise nicht wünschte. Quellen aus dem linksorientierten Spektrum berichten von der Anwesenheit eines AfD-Stadtrates und einigen bekannten NPD-Sympathisanten.