Beim 46. ADFC Gebrauchtfahrradmarkt wechselten erneut zahlreiche Drahtesel den Besitzer / Wormser spendeten Fahrräder für ihre Neu-Mitbürger
Solidarität mit Flüchtlingen unterstrichen!
Trotz widrigen Wetters zeigten sich die Aktiven des ADFC zufrieden mit der Resonanz auf ihren Gebrauchtfahrradmarkt – ebenso wie die Aktion für Flüchtlinge. Foto: Robert Lehr
VON ROBERT LEHR „Schon um kurz nach acht wechselte das erste Rad seinen Besitzer“, freute sich Stefan Cluin am frühen Samstagnachmittag. Der Aktive des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs Worms (ADFC) hatte sich zwar etwas mehr Resonanz beim 46. Gebrauchtfahrradmarkt seines Vereines gewünscht, war aber dennoch zufrieden mit dem Besuch zwischen 9 und 12 Uhr am Siegfriedbrunnen vor der Stadtbibliothek. „Der kalte Wind machte trotz der Sonne heute wohl doch noch nicht so richtig Lust, auf einen Drahtesel zu wechseln“, konstatierte er.
Trotzdem schienen die Wormser ADFCler zufrieden. Sie freuen sich über die zunehmende Beliebtheit ihres umwelt- und geldbeutelfreundlichen Hobbys und Fortbewegungsmittel. Entsprechend gut waren sie mit Infomaterialien wie Radkarten oder ihrem Jahresprogramm ausgerüstet.
Auch die Polizeidirektion Worms war mit ihren beiden Verkehrserziehern, den Polizeikommissaren Andreas Koenen Reinhold Gander vor Ort. Die Beiden klärten u.a. darüber auf, wie man sich als Fahrradfahrer im Straßenverkehr richtig verhält. Auch für die Polizei-Fahrraddatenbank konnte man seinen Drahtesel registrieren lassen. „Dadurch konnte schon so manches gestohlene Rad wieder seinem rechtmäßigen Besitzern zurückgegeben werden“, unterstreicht Andreas Koenen.
Kinder- und Jugendräder dominierten
Bis zu 3 Fahrräder durfte jeder anbieten, wobei es in erster Linie Kinder- und Jugendräder waren, die den Platz dominierten. Aber auch Exoten wie ein Liegerad, ein edles Motobecane-Rennrad aus den Siebzigern oder Rad-Anhänger und Bobbycars wurden angeboten. Pro Rad waren 2 Euro als Gebühr an den ADFC zu entrichten, für dessen Mitglieder war der Verkauf kostenlos. Die angekündigte Codierungsaktion gegen Langfinger musste ausfallen, Interessierte konnten aber auch zu „Gölz“ in der Bensheimer Straße ausweichen. Hier war an diesem Morgen eine unbürokratische Codierung kurzfristig möglich.
Über die große Resonanz auf eine ganz besondere Aktion konnte sich ADFC-Vorsitzender Dieter Domeier freuen. Der Verein möchte straßentaugliche Fahrräder in Worms lebenden Flüchtlingen übergeben und den neuen Besitzern in einem „Erste-Hilfe-Pannenkurs“ zeigen, wie sie ihr Rad selbstständig warten und kleinere Reparaturen durchführen können.
Weiterhin Räder gesucht!
Schon jetzt kann man sich über 20 straßentaugliche und verkehrssichere Fahrräder freuen, die von den Wormser zur Verfügung gestellt wurden. Sowohl am Samstagmorgen als auch übers Internet wurden die Fahrzeuge avisiert. „Die Aktion aber läuft noch weiter, bis wir die Räder dann gesammelt offiziell übergeben“, so Dohmeier. „Wer also noch senden möchten, kann dies gerne tun. Wir kommen vorbei, checken das Rad und nehmen es mit einem tiefempfundenen Danke mit.“ Unter http://www.adfc-worms.de/index.php/kontakt kann man diesbezüglich – auaber auch in allen Fragen rund ums Radfahren – mit dem Verein Kontakt aufnehmen.
In erster Linie sind es Kinder- und Jugendräder, die zum Verkauf standen. Allerdings wurden angesichts des großen Angebotes nicht alle entsprechenden Räder verkauft. Foto: Robert Lehr