Vorstandsvorsitzender Bernd Hühn, Armin Bork, Günter Brück, Tobias Schmitz und Dieter Steffan blickten zur einberufenen Pressekonferenz am gestrigen Freitag auf das vergangene Geschäftsjahr zurück. Foto: Florian Helfert
VON FLORIAN HELFERT | Uneinheitlicher Euroraum, stark schwankende Aktienmärkte, ein historisches Zinstief aller führenden Notenbanken und obendrein ein „Strafzins“ für Banken bei der Europäischen Zentralbank (EZB) – vor allem letzteres führte zu einer Situation, „wie wir sie in unserem Land so bisher nicht kannten und uns vor enorme Herausforderungen stellt“, fasste Bernd Hühn als Vorstandsvorsitzender der Volksbank Alzey-Worms bei der Bilanzpressekonferenz das Jahr 2015 zusammen.
Kritik an geplanter Einlagensicherung der EU
Dennoch konnten sich die Genossenschaftsbanken laut Bernd Hühn als ertragsstärkste deutsche Bankengruppe präsentieren. Mit dem Bankenrating „AA-“ verfüge der genossenschaftliche Finanzverbund über das beste Rating Europas. Vor diesem Hintergrund sieht Bernd Hühn die geplante Einlagensicherung in der Eurozone äußerst kritisch: „Man würde unser bewährtes genossenschaftliches Sicherungssystem faktisch aushebeln und wir Volksbanken – sowie auch die Sparkassen – müssten letztendlich für andere in- und ausländische Kreditinstitute geradestehen.“ Er hoffe, dass der vom Bundesverband auf den Weg gebrachte Appell an die Mitglieder des Europäischen Parlamentes und des Deutschen Bundestages Wirkung zeigen werde.
Gut gerüstet in die Zukunft
Um die Herausforderungen der Zukunft in Gestalt des anhaltenden Zinstiefs sowie der „Regulierungsflut“ an gesetzlichen Vorgaben zu meistern, nehme das Gewicht einer fundierten und ganzheitlichen Beratung der Kunden zu. Mit Nachdruck habe sich die Volksbank ihrer Qualität der Beratung gewidmet und hierdurch in Tests verschiedener Medien wiederholt den ersten Platz im Wormser Vergleich erzielen können. Mit knapp 112 Millionen anvertrauten Euro sind die bilanziellen Kundeneinlagen nach Angaben des Vorstands denn auch besser als erwartet um 4,7 Prozent auf rund 2,5 Milliarden Euro im vergangenen Geschäftsjahr angestiegen. Getragen durch Kundeneinlagen und Kreditvergaben hat sich wiederum die Bilanzsumme um 2,6 Prozent auf insgesamt circa 3,2 Milliarden erhöht.
Das Betriebsergebnis vor Bewertung bildete sich gegenüber dem Vorjahr um 2,3 Millionen Euro auf rund 36,6 Millionen Euro zurück. Mit einem Wert von 1,15 Prozent der durchschnittlichen Bilanzsumme liegt er voraussichtlich aber nach wie vor über den Durchschnittswerten anderer Genossenschaftsbanken.
Das Ergebnis vor Steuern ist mit 29,3 Millionen Euro nahezu auf Vorjahresniveau und mit einem Steueraufwand von rund 11 Millionen Euro leistet die Volksbank laut Bernd Hühn einen wichtigen Beitrag zum Gemeinwohl.
Rheinhessens starke Bank
„Das leicht rückläufige, aber dennoch gute Gesamtjahresergebnis“, so Bernd Hühn, „versetzt uns in die Lage, eine angemessene Dividende von fünf Prozent an unsere Genossinnen und Genossen auszuschütten und unser offenes Eigenkapital deutlich zu stärken“. Mit einem offenen Eigenkapital von immerhin 321 Millionen Euro sei man bestens fundiert, verfüge aufgrund der vorsichtigen Geschäftspolitik über Bewertungsreserven und sogenannte stille Lasten bestünden nicht. Anlässlich der vorgelegten Zahlen sowie des rheinhessischen Jubiläums wirbt die Volksbank Alzey-Worms künftig als „Rheinhessen’s starke Bank“ – schließlich ist man aus Sicht der Genossenschaftsbank ertragsstark und deckt mit dem Geschäftsgebiet nahezu das komplette Rheinhessen ab.