Di., 01. August 2023, 10:05 Uhr
Im Juli ist die Zahl der Menschen, die in Worms arbeitslos gemeldet sind auf 7,6 Prozent gesunken. Bei den Stellenbedarfen gab es einen leichten Zuwachs.
„Der Sommer ist traditionell die Zeit, in der gerade junge Menschen an der sog. zwei- ten Schwelle, also nach Ausbildungsende in ein Arbeitsverhältnis wechseln und dadurch manchmal Unterbrechungen bestehen" erläutert Susanne Decker, Leiterin der Wormser Agentur für Arbeit. Dies ist auch in diesem Jahr so eingetreten, allerdings sei die Zahl erfreulicherweise merklich geringer ausgefallen, als dies im Durch- schnitt der letzten Jahre von Juni auf Juli der Fall gewesen ist. „Ein gutes Indiz dafür, dass die frisch ausgebildeten Fachkräfte im Betrieb gehalten oder nahtlos in anderweitigen Beschäftigungen untergekommen sind," so Decker. Auch insgesamt ist die Zahl der Zugänge auf niedrigem Niveau für einen Juli geblieben.
Ein leichtes Plus gegenüber dem Vormonat gab es bei der Meldung von Stellen, was aber nicht über den deutlich verminderten Zugang insgesamt seit Jahresbeginn hinwegtäuschen kann. Neue Bedarfe wurden vor allem im Gesundheitswesen, im öffentlichen Dienst und in den Dinestleistungsbereichen gemeldet.
Am Ausbildungsmarkt kann zum Beginn des neuen Ausbildungsjahres nicht von einer Entspannung gesprochen werden. Noch rund 240 Ausbildungsstellen blieben unbesetzt, während noch 230 Bewerberinnen und Bewerber als unversorgt gelten. Die Berufsberatung hat daher in den Sommerferien die Beratungskapazitäten extra nochmals ausgeweitet, so ist über eine sehr einfache Online-Buchung ein freier Termin wählbar und die Beratung selbst kann per Videoberatung oder auch telefonisch stattfinden. „Die Jugendlichen sollen den Zugang zur Beratung ganz einfach erhalten, egal, wo sie sich gerade selbst befinden," erklärt Decker, „wir können es uns angesichts der Fachkräftesituation nicht leisten, auch nur eine Chance zur Vermittlung zwischen Bewerbern und Betrieben zu verpassen."
Die Arbeitsmarktzahlen im Überblick
Im Juli waren in Worms bei der Arbeitsagentur und dem Jobcenter insgesamt 4.610 Personen als unterbeschäftigt registriert. Das waren 10 weniger als im Juni aber 67 oder 1,5 Prozent mehr als vor einem Jahr. 3.583 Männer und Frauen waren arbeitslos gemeldet. Das waren 90 weniger als im Vormonat und 110 oder 3 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote sank auf 7,6 Prozent. Vor einem Jahr hatte sie ebenfalls 7,9 Prozent betragen.
Die Nachfrage nach Arbeitskräften stieg leicht an. Neu gemeldet wurden 207 Stellen, 19 mehr als im Juni aber 37 oder 15,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Stellenbestand belief sich im Juli auf 1.079 Stellen, 20,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Von den 3.583 Arbeitslosen im Juli wurden 1.126 von der Arbeitsagentur und 2.457 vom Jobcenter betreut. Sowohl im Bereich der Arbeitsagentur als auch im Verantwortungsbereich der Jobcenters kam es im Juli zu einem Rückgang der Arbeitslosigkeit.
Die Entwicklung auf den regionalen Arbeitsmärkten im Bezirk der Mainzer Arbeitsagentur verlief im Juli unterschiedlich. In Mainz stieg die Arbeitslosenquote von 5,1 auf 5,3 Prozent, in Worms sank sie dagegen von 7,8 auf 7,6 Prozent. Im Landkreis Mainz-Bingen erhöhte sich die Quote von 3,9 auf 4,0 und im Landkreis Alzey-Worms blieb die Quote unverändert bei 4,0 Prozent.