Fr., 29. Juli 2022, 10:01 Uhr
Durch die Urlaubs- und Ferienzeit ist der Juli auf dem Arbeitsmarkt üblicherweise durch eine Sommerflaute geprägt, in der die Arbeitslosigkeit steigt. Auch in diesem Juli ist die Zahl der Arbeitslosen in Worms angestiegen. Ursächlich hierfür war unter anderem die Erfassung geflüchteter Menschen aus der Ukraine im Jobcenter Worms. „Das Jobcenter hat den Übergang der Betreuung von Menschen, die aus der Ukraine zu uns gekommen sind, in seine Zuständigkeit in einem ersten Schritt sehr gut bewältigt“, so Susanne Decker, Leiterin der Wormser Arbeitsagentur. „Am Anfang lag der Fokus auf der Sicherstellung der Leistungen zum Lebensunterhalt. Nun geht es darum, die Menschen individuell zu beraten, welche Schritte für eine Vermittlung in Arbeit gegangen werden müssen.“ Derzeit werden rund 240 Bedarfsgemeinschaften mit rund 360 erwerbsfähigen Leistungsberechtigten im Wormser Jobcenter betreut.
Die Chancen auf dem Arbeitsmarkt sind für Jobsuchende laut der Agenturleiterin nach wie vor gut. Der Bestand an gemeldeten Arbeitsstellen liege weiterhin auf einem hohen Niveau. „Inzwischen gibt es Engpässe in allen Bereichen, und es werden nicht nur Fachkräfte, sondern vermehrt auch Hilfskräfte gesucht“, so Decker. „Für die Zukunftssicherung der Betriebe ist vor allem die Rekrutierung von Nachwuchskräften entscheidend. Dies gestaltet sich für die Unternehmen aber immer schwieriger, denn junge Menschen werden immer mehr zur Mangelware.“
Für den Ausbildungsbeginn im Herbst 2022 sind in Rheinessen derzeit noch 1.763 Stellen unbesetzt, 480 mehr als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Rund 670 junge Menschen sind bei der Mainzer Arbeitsagentur noch als ausbildungssuchend registriert.
Arbeitsmarktzahlen im Überblick
Im Juli waren in Worms insgesamt 4.542 Personen als unterbeschäftigt registriert. Das waren 48 mehr als im Juni, aber 141 oder 3 Prozent weniger als vor einem Jahr. 3.693 Männer und Frauen waren arbeitslos gemeldet. Das waren 42 mehr als im Vormonat, aber 54 oder 1,4 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote stieg von 7,8 auf 7,9 Prozent. Vor einem Jahr hatte die Quote 8,0 Prozent betragen. Die Nachfrage nach Arbeitskräften blieb anhaltend hoch. Neu gemeldet wurden 244 Stellen, 75 weniger als im Vorjahr. Der Stellenbestand belief sich im Juli auf 1.359 Stellen, 227 mehr als im Vorjahr.
Von den 3.693 Arbeitslosen im Juli wurden 1.014 von der Arbeitsagentur und 1.284 vom Jobcenter betreut. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Juli entfiel vor allem auf die von der Arbeitsagentur betreuten Arbeitslosen.