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  • Mo., 16. Juni 2014, 09:56 Uhr
    Pfeddersheimer LandFrauen auf Fehmarn

    Sonne, Wind, Wolken und Mee(h)r

    Reichlich Informationen über die drittgrößte deutsche Insel, nach Rügen und Usedom, hatte Gästeführer Michael Lippert parat.


    Ob reif für die Insel oder auch nicht, für jede(n) der bei der Mehrtagesfahrt der Pfeddersheimer LandFrauen dabei war, gab es allerlei zu erleben.

    Die ehemalige Vorsitzende Rosemarie Heß und Rainer Haselbauer hatten einen interessanten Reiseplan zusammengestellt. Das Wetter zeigte fast alle möglichen Varianten, Dauerregen und bis zu Windstärke Acht bei der Anreise, danach wurde es täglich besser.

    Die Herberge der Gruppe,  eines der drei 15-geschossigen Fernblickhäuser, in ihrer Planungsphase stark umstritten, bot einen einzigartigen Blick auf die Ostsee, die keine Gezeiten hat.

    Da der Tourismus mit Landwirtschaft und Fischfang die Haupteinnahme-quellen der Insel bildet, sind die „Wohnsilos“ mittlerweile akzeptiert. Sie sind das Gegenstück zu den riesigen Getreidesilos, für die landwirtschaftlichen Produkte, die auf besten Böden und sehr guten klimatischen Bedingungen hier gedeihen und die Insel, die ab dem 4.-5. Jahrhundert. von den Slawen besiedelt wurde, schon früh zur Kornkammer machten. Die Anzahl landwirtschaftlicher Betrieb ist seit 1955 von 340 auf 110 zurückgegangen, die der Kühe von 6000 auf 32. 

    Vier evangelische und eine katholische Kirche gibt es auf der Insel mit ihren 42 Ortschaften von 30 bis 800 Einwohnern. Der Hauptort ist Burg mit 6500 Einwohnern, in den restlichen Orten sind es zusammen noch einmal so viele, die Zahl der Touristen ist erheblich höher. Bei einer freiwilligen Gebietsreform 2002 schlossen sich alle Gemeinden der Insel zur „Stadt Fehmarn“ zusammen, bilden eine Verwaltungseinheit und sind flächenmäßig die zweitgrößte Stadt nach Lübeck. Energie liefern drei Windparks, Biogas und Solaranlagen.

    Bevor es per Fähre nach Dänemark ging erfuhr die Gruppe vieles über die verschiedenen Verbindungen nach Skandinavien oder „Europa“ (womit natürlich das deutsche Festland gemeint ist), Fähren, Tunnels und Brücken, sie alle haben Vor- und Nachteile und gefährden viele Arbeitsplätze.

    Die Holsteinische Schweiz mit ihren landschaftlichen Reizen, Fischerorten, Naturschutzgebieten und der Kreisstadt Eutin mit Fachwerkhäusern und Schloss präsentieren sich bei Sonnenschein, kein Wunder, dass hier jährlich 2,5 Millionen Übernachtungsgäste Hotels und Campingplätze bevölkern.  Von Malente startet die Fünf-Seen-Schifffahrt, ganz ruhig im Gegensatz zur Fährüberfahrt am Vortag.

    Dass Lübeck eine Reise wert ist, vermittelte Stadtführer Kolossa ganz wunderbar. Er empfing die Gruppe im Lübecker Dialekt mit einer Stimme, die von schauspielerischem Können zeugte und den Respekt der Gruppe einforderte. Es gab interessantes über die Geschichte der erst tausendjährigen Stadt der sieben goldenen Türme, Schiffergesellschaft, Salz-, Fisch- und Weinhandel, die beiden Nobelpreisträger Willy Brand und Günther Grass, die Buddenbrocks, Kirchen, 267 Brücken, das Holstentor und natürlich über das berühmte Marzipan und vieles mehr zu hören.

    Nach so viel Information war der letzte Tag zur freien Verfügung, je nach Lust und Laune wurde die Insel per Rad erkundet, das Rapsblütenfest oder das Aquarium besucht, geschwommen, gebummelt oder einfach die See-Luft und Sonne genossen und schon hieß es zurück nach „Europa“.

     

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