Evangelische Gemeinden feierten an Christi Himmelfahrt auf dem Weckerlingplatz
Sonniger Gottesdienst im Grünen
Volle „Kirch”-Bänke auf dem Wormser Weckerlingplatz. Foto: Judith Oberle
Bei strahlendem Sonnenschein feierten die evangelischen Gemeinden der Stadt Worms auch in diesem Jahr ihren gemeinsamen Gottesdienst zu Christi Himmelfahrt auf dem Weckerlingplatz. Zahlreiche Gemeindemitglieder lauschten dem „Gottesdienst im Grünen“, den Pfarrerin Anne Tennekes aus der Luthergemeinde und Stadtkirchenpfarrer Dr. Achim Müller nun bereits seit drei Jahren gestalten.
Sehnsucht der Menschen zum Himmel
Himmelfahrt sei ein ganz besonderer Feiertag, erklärte Tennekes in ihrer Predigt. Viele Kinder wüssten heute nicht mehr um die ursprüngliche Bedeutung des Feiertages. Die Pfarrerin verbindet mit dem heutigen Tag die Sehnsucht der Menschen zum Himmel und den Wunsch der Menschheit, über sich hinaus zu wachsen. Die Geschichte, die hinter diesem Tag stecke, sei faszinierend und geheimnisvoll, erklärte sie und zitierte aus dem ersten Kapitel der Apostelgeschichte. Das Ziel seiner Himmelfahrt sei es, den Hungrigen zu essen zu geben, den Durstigen zu trinken zu geben: Der „Himmel auf Erden“ geschehe mitten zwischen uns allen.
Weiter erläuterte Tennekes eine jüdische Erzählung, in der von einem Rabbiner berichtet wird, der jeden Morgen zum Himmel aufstieg. Ein Zweifler lachte darüber und legte sich vor Morgengrauen auf die Lauer. Da sah er: Der Rabbi verließ sein Haus und ging zum Haus einer alten Frau, holte aus dem Schuppen Holz und machte der Dame den Ofen im Haus an. Als der Zweifler später gefragt wurde, ob das mit der Himmelfahrt denn stimme, sagte er: „Er stieg noch höher als bis zum Himmel auf“. Christian Schmitt (Luthergemeinde) und die Wormser Barockbläser (Posaunenchor der Magnusgemeinde) unter Holger Weis gestalteten den Gottesdienst musikalisch. Im Anschluss wurde die Sonne auch noch im Hof der Magnusgemeinde bei einer leckeren Suppe genossen.