Wer hat eine Stimme, wer benutzt sie und für welche Zwecke? Das sind grundlegende Fragen einer politischen Ordnung. Noch wichtiger ist aber, ob diese Stimme gehört wird, wie sie interpretiert wird – und von wem. Kann man sich als Sprechende der Interpretation und Zuschreibung durch den Hörenden entziehen, oder birgt die Interpretationsvariable den eigentlichen Zweck der Kommunikation in sich?
Es gibt viele Arten zu sprechen: Man kann schreien, erzählen, flüstern, vermitteln, überreden, lügen – ein Wort hat tausende Möglichkeiten und Kontexte, geäußert zu werden. Seit einiger Zeit werden wir auch mit einer computergenerierten Sprache konfrontiert, die uns in Navigationssystemen, Fitness-Apps, in Mobilfunk-Support-Chats, in Kunstwerken und Haushaltsgeräten begegnet. Meistens sind die Stimmen weiblich konnotiert. Dabei besitzt ein Computer eigentlich weder einen naturgegebenen Körper noch eine Identität. Aber diese Stimmen klingen eher hoch, sanft, sie geben keine Anweisungen, sie schmeicheln uns.
„Sound of Siren“, eine Ausstellung, die als Ergebnis des gleichnamigen Seminars an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig im Kunstmuseum Heylshof Worms vom 12. März bis 17. April gezeigt wird, präsentiert 14 künstlerische Positionen, die sich mit Sprache, Stimme und menschlichen Klängen auseinandersetzen und mit deren technischen Äquivalenten. Die Studierenden zeigen ihre Arbeiten in den Schausälen des Museums, wo sie einzelne Räume thematisch bespielen und sich in einen Dialog mit der Sammlung begeben; sowie in den Räumen für temporare Präsentationen.
Die Ausstellung und das Seminar sind durch das Ministerium für Wissenschaft und Kultur Niedersachen gefördert und sind durch die Kooperation mit der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig und mit Unterstützung des Museums der Stadt Worms im Andreasstift ermöglicht worden.
Für die Vernissage und den Museumsbesuch gelten die dann jeweils aktuellen Corona-Regeln und Bestimmungen. Da die Teilnehmerzahl für die Vernissage begrenzt ist, wird um Anmeldung über museumheylshof@online.de gebeten. Die Ausstellung kann zu den üblichen Öffnungszeiten des Museums besucht werden.