VON FLORIAN HELFERT Zur Matinee am Sonntag ehrte die Wormser Sozialdemokratie ihren ehemaligen Bundestagsabgeordneten und Oberbürgermeister außer Dienst, Gernot Fischer, und blickte auf ihre bewegte Parteigeschichte im Zuge des totalitären Regimes unter Adolf Hitler zurück.
Sowohl Karl-Heinz Deichelmann als auch SPD-Fraktionsvorsitzender Timo Horst erinnerten jeweils in kurzen Vorträgen an das Verbot der Arbeiterpartei im Dritten Reich und daran, wie die SPD vor 70 Jahren wieder gegründet habe werden können. „Die ersten Sozialdemokraten nach 1945 waren geprägt durch die Schrecken des Weltkriegs, der Demütigungen und auch von ihrer Zeit im Untergrund, im Exil oder in Gefängnissen sowie Konzentrationslagern“, bedauerte Horst eine für damalige Parteimitglieder schwere Zeit - eine Zeit, in der Parteibücher wie Schätze vor Angst vergraben werden mussten.
Medaille für Fischer
„In den Jahren der Nazi-Dikatur geboren hat Gernot Fischer unsere nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wiedergegründete Partei miterlebt und davon 56 Jahre aktiv mitgewirkt“, rief Jens Guth die Verdienste des in Worms geborenen Juristen und Politikers ins Gedächtnis: „Mit der zweiten Rheinbrücke, den Nibelungenfestspielen oder der Konversion brachliegender Militärflächen nach dem Abzug der Amerikaner kann ich nur einige Beispiele skizzieren“, so Guth weiter. Ihn mit der Wilhelm-Dröscher-Medaille auszeichnen zu dürfen, sei ihm als Generalsekretär eine große Ehre, denn so handle es sich hierbei um die höchste Auszeichnung der SPD Rheinland-Pfalz.
„Demokratie wächst nicht von alleine“, hatte zuvor der Präsident des rheinland-pfälzischen Landtags, Joachim Mertes, mit Blick auf die Welt und auch historischer Rückschläge eine aktive Teilhabe am politischen Geschehen angemahnt. Zum Dank für ein solch politisches Leben zollte die Sozialdemokratie ihrem Genossen Gernot Fischer mit der Wilhelm-Dröscher-Medaille jüngst ihren Respekt.
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