Wohnen bedeutet Heimat, Zuhause und Sicherheit. Allerdings wird es für immer mehr Menschen zunehmend schwieriger, eine bezahlbare Wohnung zu finden - denn so lag nach Angaben des Statistischen Bundesamtes bereits 2011 der Anteil der Wohnkosten für alleinstehende Geringverdiener bei rund 57 Prozent ihres verfügbaren Einkommens. „Wenn die Wohnkosten das Einkommen derart verschlingen, bleibt kaum noch für einen Urlaub mit den Kindern oder für Kurse an unserer Volkshochschule übrig“, bedauert SPD-Fraktionsvorsitzender Timo Horst einen Verlust sozialer Teilhabe betroffener Schichten. Laut Horst besinnen sich deshalb bundesweit wieder viele Länder und Kommunen auf die Chancen des sozialen Wohnungsbaus, nachdem die Zahl der Sozialwohnungen zuvor jahrelang deutlich abgenommen hatte.
Bezahlbare Wohnungen in Worms gefragt
„Dass auch Worms im Zuge eines städtischen Konzeptes bezahlbaren und barrierefreien Wohnraum fördern möchte, begrüßen wir außerordentlich“, lobt SPD-Stadtratsmitglied Patricia Sonek. Künftig müssten geeignete Grundstücke in städtischer Hand altersgerecht und bezahlbar bebaut werden, um Suchenden mehr als nur die Chancen für ein kostengünstiges Wohnen zu ermöglichen. „Leider stehen vereinzelte Fortschritte des Konzepts bislang nur auf dem Papier und noch auf keinem Grund und Boden“, mahnt Sonek. Die Angebote des bestehenden Wohnungsmarktes wie geplant umfassender und verbessert zu beobachten, könne und dürfe folglich nur ein erster Schritt bleiben.
Stadt, Land und Bund weiterhin in der Pflicht
Aus Sicht von Timo Horst und Patricia Sonek wird der erklärte Wille der Stadtverwaltung unter Oberbürgermeister Michael Kissel jedoch verschiedentlich erschwert: „Erstens müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass ein mit der Lebenshilfe gemeinsames Wohngemeinschaftsmodell zugunsten beeinträchtigter Personen für den Träger aufgrund der Förderbedingungen nur schwer umsetzbar ist“, kritisiert Horst geltende Förderrichtlinien des Landes. Ergänzend appelliert Sonek an den Bund, Kommunen in ihren Mühen finanziell noch stärker zu unterstützen. Rund 1,5 Milliarden Euro für den sozialen Wohnungsbau der vergangenen Jahre stünden 15,5 Milliarden Euro für Wohngeld und Unterkunftskosten von Hartz-IV-Empfängern entgegen. „Auf Dauer ist es besser, über Genossenschaften oder mit städtischen Gesellschaften preiswerten Wohnraum vorzuhalten, statt schnell steigende Mieten privater Vermieter durch hohe Sozialleistungen bekämpfen zu müssen“, urteilen Horst und Sonek. „Schlussendlich benötigen wir als Kommunen finanzielle Hilfen sowie untereinander abgestimmte Förderkonzepte von Bund und Land“, verdeutlichen Horst und Sonek.
„Als Mitglied des Ausschusses für Wirtschaft und Energie bin ich für die SPD-Fraktion im regelmäßigen Austausch mit dem Ministerium und der KfW, um möglichst passende Förderprogramme zu entwickeln. Aufgrund der Niedrigzinsphase ist es eine zunehmende Herausforderung, hier passende Anreize beim Bauen zu geben. Wir denken deshalb bei den Beratungen darüber nach, über das Bundesbauministerium aktive Zuschüsse zu etablieren, um die Schaffung von barrierefreiem und günstigem Wohnen zu fördern. Hierfür will ich mich weiterhin einsetzen, weil der Bedarf in unseren Städten und Gemeinden deutlich zunimmt.“, verspricht MdB Marcus Held seine Hilfe.