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  • Di., 14. Februar 2023, 18:43 Uhr
    MOBILITÄT: CDU Rheindürkheim fordert Gleichbehandlung bei Busfahrkarten

    „Sozialpassinhaber im Norden sind keine Wormser 2. Klasse!“

    Auf Antrag der CDU-Ortbeiratsfraktion Rheindürkheim hatte der Ortsbeirat einstimmig beschlossen, dass die Inhaber eines Sozialausweises aus allen Stadtteilen gleich behandelt werden und die Vergünstigung zum Erwerb von Mehrfahrtenkarten auf die Buslinien 431 und 432 ausgeweitet werden. Hintergrund ist, dass die Regelung in der Satzung zum Sozialausweis nur die Buslinien der längst abgeschafften Stadtwerke umfasst. Die nördlichen Stadtteile Abenheim, Ibersheim und Rheindürkheim sind damit nicht erfasst – eine Ungleichbehandlung von sozial Bedürftigen, die aus Sicht der Christdemokraten nicht hinnehmbar ist.


    Nun hat die Verwaltung in einem Schreiben an den Ortsvorsteher Björn Krämer auf diesen Antrag geantwortet, dass eine Einbeziehung der Buslinien 431 und 432 nicht möglich wäre, da diese in den Landkreis Alzey-Worms fahren. Im Übrigen wurde auf das künftige 49 Euro Deutschland-Ticket verwiesen. Diesen Argumenten widerspricht der Fraktionssprecher im Ortsbeirat, Klaus Harthausen sehr deutlich: „Sozialpassinhaber aus Rheindürkheim sind keine Wormser Bürger zweiter Klasse!“ Mit einer Einzelfahrtenpreis von 3,30 Euro sowie Mehrfahrtenkarte für 2,98 Euro bezahlen die Fahrgäste aus Abenheim, Ibersheim und Rheindürkheim sogar die mit Abstand höchsten Tarife für eine Stadtfahrt im ganzen VRN.


    Sozialpassinhaber aus diesen Stadtteilen werden damit schlechter gestellt als Menschen aus den ebenfalls 1969 eingemeindeten Stadtteilen Wiesoppenheim oder Pfeddersheim. Hier wird aus Sicht der CDU gleiches ungleich behandelt. Auch im Vergleich zu den Großstädten Mannheim, Ludwigshafen und Heidelberg ist die Busfahrt überteuert, dort zahlt man dort maximal 3 Euro für die Einzelkarte und 2,70 Euro für die Mehrfahrtenkarte. Für Sozialpassinhaber in Mannheim und Ludwigshafen kostet die Mehrfahrtenkarte nur 1 Euro in Worms kostet sie 1,49 Euro und für Rheindürkheimer 2,98 Euro.


    „Aus vielen Gesprächen weiß ich, dass die Fahrtkosten von mindestens 5,96 Euro für die Fahrt nach Worms und zurück für die betroffenen Menschen eine echte Belastung sind“, so Harthausen. Er verweist auch darauf, dass in Rheindürkheim überdurchschnittlich viele Geflüchtete aufgenommen wurden. Jeder Besuch auf Ämtern und im Jobcenter wird zur finanziellen Herausforderung. Im Zentrum kann man das noch zu Fuß machen, aber in den nördlichen Stadtteilen ist man auf den Bus angewiesen.


    Auch den Hinweis des Sozialdezernates auf das Deutschlandticket hält Klaus Harthausen für verfehlt. Er argumentiert, dass die Inhaber des Sozialausweises „Worms Card“ eben oftmals nicht regelmäßig arbeiten und daher auch nur gelegentlich nach Worms fahren müssen. Für die Betroffenen sind 49 Euro für eine deutschlandweites Ticket, das nicht jeder braucht, eine Menge Geld. Das im Bürgergeld enthaltene Budget für Verkehrsdienstleistungen von 45,02 Euro reicht dafür nicht aus. Zumal die Notwendigkeit der digitalen Bestellung für viele Menschen eine zusätzliche Hürde darstellt.


    „Es kann ja wohl nicht wahr sein, dass das historische Busnetz der vor Jahrzehnten aufgegebenen Stadtwerke hier noch als Maßstab für eine Ungleichbehandlung bestimmter Stadtteile herhalten muss. Das darf das Grundrecht auf Gleichbehandlung nicht aushebeln. Wir als CDU-Ortsbeiratsfraktion fordern Sozialdezernent Herder daher auf, die Satzung zum Sozialausweis umgehend anzupassen und die Sozialpassinhaber aller Stadtteile bei den vergünstigten Mehrfahrtenkarten gleich zu behandeln!“ so die Forderung von Harthausen.

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