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  • Fr., 17. August 2018, 10:52 Uhr
    Stellvertretende Pflegedienstleiterin Hildegard Riedl wechselt in den Ruhestand

    Sozialstation verliert langjährige Mitarbeiterin




    Der nostalgische Demenzkoffer bleibt, Hildegard Riedl hingegen verabschiedet sich nach 34 Jahren in der Evangelischen Sozialstation Worms in den Ruhestand. Foto: Florian Helfert

     Seit 34 Jahren arbeitet Hildegard Riedl für die Evangelische Sozialstation Worms. Vor ihrem Wechsel in den verdienten Ruhestand spricht sie als stellvertretende Pflegedienstleitung über ihre Sicht auf die Pflegebranche.


     


    Wie würden Sie die Arbeit der Sozialstation grundlegend beschreiben?
    Indem wir pflegen, betreuen, beraten und entlasten sorgen wir dafür, dass die Menschen im Alter so lange wie möglich zuhause bleiben können.


    Wie hat sich die Pflege in all den Jahren verändert?
    Unsere Arbeit basiert auf der Tradition der evangelischen Diakonissen, welche sich früher vergleichbar katholischer Nonnen beispielsweise in der Altenpflege eingebracht hatten. Mit der 1995 geschaffenen Pflegeversicherung mussten wir plötzlich Rechnungen, Dienstpläne und Dokumentationen schreiben…


    Welche besonderen Erlebnisse verbinden Sie mit Ihrer Arbeit?
    Außer vielen zwischenmenschlichen Kontakten erinnere ich mich gerne an einen Workshop, welchen ich 1999 im Roten Haus organisiert hatte: 400 Personen aus ganz Deutschland wollten meine Referentin aus Amerika, die Gerontologin Naomi Feil, sehen und hören!


    Wie beurteilen Sie Zeitdruck und Fachkräftemangel in der Pflegebranche?
    Dank den diakonischen Leistungen – also zusätzlichen Leistungen, die die Evangelische Kirche trägt –, fällt unser Zeitdruck geringer aus. Insgesamt stellt sich für mich jedoch die gesellschaftspolitische Frage, was uns unsere Pflege wert ist. Beim zweiten Aspekt ist zumindest unsere Sozialstation in einer glücklichen Lage: Wir konnten ausgeschriebene Stellen noch immer besetzen und bilden zudem auch aus.


    Würden Sie die Pflege als Beruf weiterempfehlen?
    Ja, denn es handelt sich um einen spannenden Beruf mit vielen Möglichkeiten.


    Inwieweit haben Sie Pläne für Ihren Ruhestand geschmiedet?
    Zunächst bleibt es ein Unruhestand. Erst gegen Ende des Jahres werde ich meinen Gesprächskreis für pflegende Angehörige von Demenzbetroffenen in jüngere Hände abgeben. Wenn alles gut läuft, wird dann auch mein zweites Enkelchen geboren sein und das Familienleben bereichern.


     Zur Person
    Die gebürtige Leiselheimerin absolvierte im ehemaligen Stadtkrankenhaus eine Ausbildung zur examinierten Krankenpflegerin. Später entschloss sie sich als stellvertretende Stationsleiterin auf der chirurgischen Gynäkologie für eine weitere Laufbahn in der Sozialstation des Diakonischen Werkes. Sie hat zwei Töchter und ein Enkelkind.

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