Die Wormser Grünen gehen mit der Doppelspitze Richard Grünewald und Katharina Schmitt in die Kommunalwahl am 26. Mai / Dritte Kraft und Wille zum Gestalten
Sozialwohnungen, Klima und Abschied von der Autostadt
Richard Grünewald und Katharina Schmitt gehen als Spitzenduo in den Kommunalwahlkampf. Foto: Gernot Kirch
Von Gernot Kirch Die ganz großen Überraschungen blieben auf der Mitgliederversammlung der Wormser Grünen zur Aufstellung der Liste für die rheinland-pfälzische Kommunalwahl am 26. Mai 2019 aus. Die sonst eher als rebellisch und diskussionsfreudig bekannte Partei, zeigte sich am Dienstagabend im Gemeindehaus der Dreifaltigkeitsgemeinde eher zahm und harmonisch. Es überwogen Tugenden wie Teambewusstsein, Engagement sowie der Wille Verantwortung zu übernehmen und zu gestalten. Das große Ziel für die Kommunalwahl, so Richard Grünewald, ist es das gute Ergebnis von 12 Prozent bei der letzten Kommunalwahl vor fünf Jahren noch auszubauen und damit deutlich die drittstärkste Kraft im Stadtrat zu bleiben. Die beherrschenden Themen waren der Klimaschutz, die Verkehrswende und mehr bezahlbarer Wohnraum.
Spitzenduo Grünewald und Schmitt
Die 28 anwesenden, stimmberechtigten Mitglieder im Gemeindehaus wählten am Dienstag insgesamt 46 Kandidaten auf die Listenplätze für die Kommunalwahl. Als Spitzenduo gehen Richard Grünewald auf Listenplatz 1 und Katharina Schmitt auf Platz 2 ins Rennen. Richard Grünewald erhielt 27 Ja-Stimmen und eine Enthaltung, Katharina Schmitt bekam 28 Ja-Stimmen.
Auf den weiteren vielversprechenden Plätze liegen David Hilzendegen auf Platz 3, gefolgt von Christine Jäger (Platz 4), Christian Engelke (Platz 5), Ingrid Mollnar (Platz 6), Kurt Lauer (Platz 7), Leo Schmitt (Platz 8), Dr. Patrick Obenauer (Platz 9) und Uschi Knieling (Platz 10).
Lust auf Politik
Die auf Platz 2 stehende Katharina Schmitt drückte in ihrer mitreißenden Rede ihre ganze Begeisterung und Lust am Politik gestalten aus. So schätze sie an den Grünen, dass sie die demokratischste Partei seien. Für die Zukunft wünsche sie sich kein Rückwärtsdenken, keine Scheuklappen und keine Verkrustung.
Die lockere, heitere, unbekümmerte und etwas unorthodoxe Herangehensweise an die Politik, wie sie Katherina Schmitt so authentisch rüberbrachte, ist wohl ein Grund für die Erfolgswelle, auf der die Grünen zurzeit schwimmen.
Themen im Vordergrund
Richard Grünewald machte in seiner Rede deutlich, dass bei den Grünen nicht die Personen, sondern die Themen im Vordergrund stehen. Besondere Bedeutung komme dabei der Nachhaltigkeit zu. Das Megathema sei natürlich das Klima, dies bedeute, es auch kommunal umzusetzen. So hätten die Grünen im Stadtrat bereits ein Klimagutachten für Worms gefordert, dies liege aber leider noch nicht vor. Diesbezüglich wolle man weiter „Druck machen“, denn auch kleine Schritte vor Ort würden helfen das globale Klima, wenn auch nur in einer winzigen Dimension, zu verbessern.
Richard Grünewald möchte auch in Zukunft mit Kampagnen „Themen setzen“ und „Bewusstsein schaffen“, auch wenn dies ein langer Weg und schwieriger Prozess seien. Hier setzt er darauf, auch mit anderen Parteien zu kooperieren. Ganz wichtig sei es dabei, mit Experten zu sprechen und stets den Dialog zu suchen, denn die Grünen hätten nicht in allen Dingen automatisch die Weisheit gepachtet.
Mehr ÖPNV und Radwege
Neben allen Aspekten rund um Klima und Artenschutz beherrschte eine weiterer Punkt fast alle Redebeiträge, dies war die Verkehrswende. Im Kern geht es den Wormser Grünen darum, weg von der Fixierung auf das Auto hin zu mehr Beachtung für Radfahrer, Fußgänger und dem ÖPNV mit Bussen und Bahnen zu gelangen. Christine Jäger, die auf Listenplatz 4 steht, sagte dazu: „Worms steht vor dem Verkehrskollaps!“ Sie forderte, sich von der „Autostadt“ zu verabschieden und mehr Radwege zu bauen. Nur Schutzstreifen auf der Fahrbahn seien zu wenig. Die 59-jährige Christine Jäger schlug vor, dass die Autos etwa auf dem Festplatz parkten und die Menschen dann mit Shuttlebussen in die City gebracht werden. In anderen Städten ginge dies auch.
Bildung und Wohnungen
Ein übergreifendes Thema in vielen Wortbeiträgen war auch die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum. Hierfür setzte sich besonders Richard Grünewald und die auf Listenplatz 6 stehende Ingrid Mollnar ein.Das Thema Bildung rückte David Hilzendegen in den Fokus seines Redebeitrages.
KünftigStadtteilbeiräte
In seinen abschließenden Worten betonte Richard Grünewald, wie wichtig es für die Grünen sei, nicht nur im Stadtrat, sondern auch in den Ortsbeiräten vertreten zu sein. Daher forderte er die Parteifreunde auf, auch dort aktiv zu sein. Er regte auch an, dass es neben den 13 Ortsbeiräten auch vier Stadtteilbeiräte in der Innenstadt geben sollte. Dies könnten zum Beispiele einer im Westend oder einer für die Altstadt sein.