Die städtische Wohnungsbau GmbH realisiert zwei große Gebäude in der Bebel- und Würdtweinstraße
Spatenstich für 90 Wohnungen
Mit dem feierlichen Spatenstich erfolgte der offizielle Startschuss für die Baumaßnahme. Foto: Gernot Kirch
Von Gernot Kirch Die Schaffung von Wohnraum in der Nibelungenstadt ist eine der ganz zentralen Herausforderungen der nächsten zehn Jahre. Besonders bezahlbare Mietwohnungen sind begehrt und die Wartelisten sind entsprechend lang. Alleine bei der städtischen Wohnungsbau GmbH warten rund 1.000 Menschen auf eine neue Bleibe. Auch die Stadtspitze hat dieses Problem erkannt, zumal sich dahinter sozialer Sprengstoff verbirgt, denn manch ein Interessent mit geringem Einkommen befürchtet jetzt vielleicht, dass die Flüchtlinge aus Syrien ihm eine Wohnung wegschnappen könnten. Diesen Befürchtungen möchte Oberbürgermeister Michael Kissel entgegentreten und hat daher vor wenigen Wochen einen „Masterplan“ vorgestellt mit dessen Hilfe bis zum Jahr 2025 insgesamt 2.500 neue Wohnungen gebaut werden. Diese sollen für alle Wormser, sowohl Deutsche wie auch Zuwanderern, zur Verfügung stehen. Ziel ist es, dass alle Bürger in einem bezahlbaren Zuhause leben können.
Sozialwohnungen
Am Montagmittag erfolgte der Spatenstich für zwei neue, große Gebäude mit insgesamt 90 Wohnungen. Eines entsteht an der Bebel- und eines an der Würdtweinstraße. Die städtische Wohnungsbau GmbH wird das Vorhaben realisieren. Das größere Projekt in der Würdtweinstraße wird über 54 Wohnungen verfügen, die auf drei Vollgeschosse sowie ein Staffelgeschoss verteilt sind. Dazu kommt eine Tiefgarage. Der Interessent wird in dem Neubau sowohl 1-, 2- , 3- und 4-Zimmerappartements in der Größenkategorie zwischen 40 und 100 Quadratmetern finden. 25 der Wohnungen werden frei finanziert, während es sich bei 29 um Sozialwohnungen handeln wird. Ein großes Thema ist in dem Objekt die Barrierefreiheit, so sollen sieben Appartements rollstuhlgerecht sein. Die Baukosten sind mit zehn Millionen Euro veranschlagt. Der Baubeginn ist witterungsbedingt für Januar 2016 vorgesehen. Mit der Fertigstellung kann Ende 2017 gerechnet werden, sodass im Frühjahr 2018 die ersten Mieter einziehen können.
Barrierefreiheit
Das etwas kleinere Projekt entsteht mit 35 Wohnungen auf vier Vollgeschossen direkt an der Bebelstraße in unmittelbarer Nähe zum erstgenannte Gebäude. Es wird sich um 2-, 3- und 4-Zimmerwohnungen handeln. Alle Einheiten werden barrierefrei oder zumindest barrierearm sein. Die Baukosten sind mit fünf Millionen Euro kalkuliert. Baubeginn ist für das Frühjahr 2016 geplant. Die Vollendung des Vorhabens für 2017. Bevor allerdings der Startschuss für den Neubau erfolgt, muss allerdings in den nächsten zwei Wochen noch die alte Mietskaserne abgerissen werden, die zurzeit noch dort steht.
Soziale Verantwortung
Der Geschäftsführer der städtischen Wohnungsbau GmbH, Jürgen Beck, betonte die soziale Verantwortung. So sei die Wohnungsbau das einzige Wormser Unternehmen, das in Sozialwohnungen investiere. Er wünschte sich, dass auch private Träger solche Objekte realisierten. Eine Schwierigkeit bei Bauvorhaben seien die in den letzten Jahren verschärften Vorschriften hinsichtlich der Energieeinsparung. Diese seien prinzipiell sinnvoll, doch verteuerten sie die Vorhaben gewaltig. Auch dies sei ein Grund für die Zurückhaltung vieler Investoren. Hier sei die Politik gefordert, um Anreiz zu schaffen.
85.000 Einwohner
Oberbürgermeister Michael Kissel erklärt beim Spatenstich, dass Worms entgegen dem Bundestrend weiter wachse und jetzt 85.000 Einwohner zähle. Weiterer Zuzug, sowohl aus dem Ausland wie auch dem Inland, sei zu erwarten. Die Nibelungenstadt sei attraktiv, gerade auch wegen der Nähe zu den Ballungsräumen Rhein-Main und Rhein-Neckar. Von Worms aus könne man rasch in Städte wie Mainz, Mannheim oder Frankfurt pendeln., Wichtig sei, so der Stadtchef, die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum für alle Wormser, egal ob Zuwanderer, Flüchtling oder Ur-Wormser. Es dürfe zu keinen sozialen Spannungen und zu keinen Neiddiskussionen kommen. Daher sei der Masterplan mit 2.500 neuen Wohnungen bis zum Jahr 2025 so wichtig. OB Kissel versprach mit der Landesregierung in Mainz hinsichtlich der Bauvorschriften bzw. der Energieeinsparverordnung (EnEV)) zu sprechen, um zu kostengünstigeren Lösungen zu kommen. Jetzt müssten Investoren aktiviert werden.