Das rund fünf Millionen teure Objekt soll bis Mitte 2017 fertig sein und bezogen werden / Spatenstich ohne vehementen Protest
Spatenstich für das „Haus am Dom“ erfolgt
Dem Spatenstich ging ein Segensgebet voraus. Foto: Gernot Kirch
Von Gernot Kirch Mit dem traditionellen Spatenstich begannen am Montagnachmittag die Bauarbeiten für das „Haus am Dom“. Damit wurde ein weiteres Kapitel in dem seit dem Jahr 2012 umstrittenen Wormser Bauvorhaben aufgeschlagen. Wer allerdings dachte, es würde zu großen, aufbrausenden Protesten der Gegner kommen, wurde enttäuscht. Zwar versammelten sich rund 50 Demonstranten oberhalb der Baugrube, zeigten Plakate und riefen ihre Slogans, doch richtige hitzig wurde die Sache nicht. Irgendwie hat es den Anschein, viele Wormser lehnen das „Haus am Dom“ zwar weiterhin ab, doch sehen sie im Widerstand keinen Sinn mehr, da das Objekt der beiden Gemeinden St. Peter und St. Martin ohnehin verwirklicht wird.
Spatenstich mit Segensgebet
Der offizielle Spatenstich dauerte nur rund 30 Minuten und fand mit einem Segensgebet in würdigem, feierlichem Rahmen statt. Neben Vertretern von Pfarrei und Dompropst Tobias Schäfer war auch dessen Vorgänger Engelbert Prieß sowie der Mainzer Generalvikar, Prälat Dietmar Giebelmann, anwesend. Der Generalvikar überbrachte herzliche Grüße von Kardinal Karl Lehmann. Im Anschluss an die klassische Spatenstich-Zermonie, fand oberhalb der Baugrube ein kleiner Empfang statt. Hier erläuterte Tobias Schäfer, dass nach dem Spatenstich die Fundamentplatte für das geplante Haus am Dom gegossen werden könne. Im Mai oder Juni diesen Jahres erfolge dann die offizielle Grundsteinlegung und Ende 2016 soll der Rohbau stehen. Für Mitte 2017 sei die Fertigstellung geplant.
Richtigkeit des Standortes
Im Gespräch mit den NK betonte Tobias Schäfer, dass er von der Richtigkeit des Standortes neben dem Dom überzeugt ist. Viele Bürger, so ist sich der Dompropst gewiss, werden ihre negative Meinung zu dem Projekt ändern, wenn es erst einmal fertig ist. Er wisse sehr wohl, dass es in Worms viele Kritiker gebe, und es sei in einem freie Land auch in Ordnung, eine andere Meinung zu haben, er stehe aber zu dem Projekt. Der Spatenstich sei auch bewusst öffentlich angekündet worden, denn die Gemeinden wollten dies nicht klammheimlich und in aller Stille machen, sondern sich der Diskussion stellen. Er selbst sei immer gesprächsbereit.
Baukosten
Zu den Baukosten führte Tobias Schäfer aus, dass ursprünglich 4,5 Millionen Euro veranschlagt waren. Aufgrund der Entdeckung des mittelalterliche Taufbeckens und der dadurch bedingten Änderungen, liege man jetzt aber bei rund fünf Millionen Euro. Die würden alleine von der Kirche aufgebracht, die öffentliche Hand koste dies nichts.