
Von Rudolf Uhrig › Im Gebiet des Zweckverbandes Wasserversorgung für das Seebachgebiet mit seinen über 58.000 Einwohnern, zu denen die angegliederten Verbandsgemeinden Alzey-Land, Eich, Monsheim, Wonnegau sowie Teile der Stadt Worms gehören, ist man seit jeher gewohnt, mit hartem Wasser zu leben.
Neben dem erhöhten Anteil an Eisen und Mangan ist das Wasser aus den Tiefbrunnen mit einer Gesamthärte in Höhe von 20,2 Grad deutscher Härte, was der Härtestufe 3 entspricht, als hart einzustufen. Hartes Wasser ist nicht gesundheitsschädlich – im Gegenteil –, bedeutet jedoch einen erhöhten Verbrauch von Reinigungs- und Waschmitteln. Dies führt einerseits zu erhöhten Kosten für den Verbraucher und andererseits zu einer vermehrten Belastung des Abwassers für die Allgemeinheit. Probleme ergeben sich auch durch Kalkausfällungen im Bereich der zentralen Warmwasserbereitstellung, in den sanitären Anlagen und in den Wärmetauscheranlagen. Gerade in den letzten Jahren sind aber die gewachsenen Anforderungen an das Brauchwasserteamperatur- niveau für die Legionellenbekämpfung in den Fokus gerückt.
Aus Kostengründen, aber aus gesundheitlicher und ökonomischer Sicht sollte die Enthärtung des Trinkwassers nur über eine zentrale Enthärtungsanlage in kommunaler Hand erfolgen. Auch auf diesen Umstand verwies Bürgermeister Walter Wagner in seiner Eigenschaft als Verbandsvorsteher des Wasserwerk Zweckverband Seebachgebiet am Donnerstagmorgen vor vielen Vertretern der kommunalen Politik. Anlass war nämlich, nicht nur dass die Tatsache hinlänglich bekannt ist, sondern dass man nun jener „Misere“ entgegen wirkt.
„In seiner Sitzung vom 16. Oktober 2018 hatte der Werkausschuss beschlossen, ein bereits entsprechend erarbeitetes Konzept für ein Enthärtungsverfahren umzusetzen und dieses Projekt voranzutreiben. Nach der Schaffung der notwendigen Grundlagen in den zurückliegenden Jahren – Erneuerungen von Hauptleitungen, Stilllegung alter und Bau neuer Trinkwasserbehälter und Pumpwerke – wurde seit 2021 in das Projekt Enthärtungsanlage investiert. Die einzelnen Phasen von Planung, Ausschreibung, Genehmigungsverfahren und Bau ergeben eine ungefähre Gesamtprojektzeit von drei Jahren, so dass voraussichtlich von einer Inbetriebnahme 2023 auszugehen ist“, so Wagner vorsichtig optimistisch. Allerdings auch mit leichtem Stirnrunzeln. Waren die Kosten damals mit 3,5 Millionen Euro veranschlagt, wuchs die Summe im Lauf der Zeit auf 4,6 Millionen Euro; Wagner am Tag des Spatenstichs: „Wir rechnen mit ca. 5 Millionen Euro.“
Es darf also gehofft werden, dass es keine Material-Lieferengpässe gibt und der Bau der kommunalen Enthärtungsanlage zügig voranschreitet. Der umtriebige Werksleiter Christian Guckenbiehl hat noch vier Jahre Zeit, dann geht er in den wohlverdienten Ruhestand.
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