
VON FLORIAN HELFERT Im vorläufigen Endergebnis der Stichwahl im Landkreis Alzey-Worms sowie in den drei Wormser Stichwahlen in Neuhausen, Pfeddersheim und Weinsheim triumphiert nur eine Farbe – es ist die rote Farbe der Sozialdemokratie. Während in Neuhausen Uwe Merz Ortsvorsteher am Sonntagnachmittag wiedergewählt worden ist, dürfen sich seine beiden Parteifreunde Klaus-Peter Fuhrmann und Jens Thill darüber freuen, die Nachfolge der langjährigen SPD-Ortsvorstehern Heinz Wößner und Alfred Haag zu übernehmen. Darüber hinaus wird SPD-Landtagsabgeordneter Heiko Sippel im Landkreis Nachfolger des Landrates Ernst Walter Görisch (SPD).
In relativen Zahlen musste sich in Neuhausen die christdemokratische Herausforderin Annelie Büssow dem Votum der Wähler*innen am deutlichsten beugen: Obwohl sie in der Wählergunst im Vergleich zu den Wahlen vor zwei Wochen um knapp über neun Prozentpunkte zulegen konnte, reichten 32,2 Prozent der Stimmen am Ende schlicht nicht aus. Schließlich baute Uwe Merz seinen Stimmenanteil von 45,5 Prozent sogar um über 22 Prozentpunkte auf 67,8 Prozent aus.
Engere Ergebnisse in Weinsheim und Pfeddersheim
Dagegen präsentieren sich die vorläufigen Endergebnisse in Weinsheim und Pfeddersheim knapper. Mit 55,1 Prozent der Wählerstimmen schlug Klaus-Peter Fuhrmann seinen christdemokratischen Kontrahenten Robert Geiser. Beide gewannen zwar prozentual an Stimmen, beide allerdings in einem vergleichbaren Umfang mit einem kleinen Vorteil für Fuhrmann.
Als Kandidat der Freien Liste Pfeddersheim (FLP) verlor Detlef Kettner gegen Jens Thill – obwohl Kettner seinen Stimmenanteil mit einem Plus von 18,2 Prozentpunkten sogar stärker wie sein direkter Widersacher ausbauen konnte. Von 29,3 Prozent im ersten Wahlgang schoss er an diesem Sonntag in der Stichwahl auf 47,5 Prozent hoch – und blieb somit wie Annelie Büssow und Robert Geiser unterhalb der magischen Grenze von 50 Prozent plus mindestens einer weiteren Stimme.
Wenig überraschend sank die Wahlbeteiligung ohne die flankierenden Wahlen des EU-Parlamentes sowie, beispielsweise, des Wormser Stadtrates. In Neuhausen halbierte sie sich von 42,3 auf 20 Prozent. In Pfeddersheim sank sie von 61,3 auf 45,7 Prozent sowie in Weinsheim von 63,9 auf 45,3 Prozent. Im Landkreis sank sie wiederum von 65,5 auf 39,8 Prozent.
„Mit der schwachen Wahlbeteiligung insgesamt und der sogar desolaten Beteiligung in Neuhausen können wir nicht zufrieden sein“, betont Oberbürgermeister Michael Kissel die städtische Sicht. Dennoch seien die Stichwahlen mit teilweise sehr deutlichen Ergebnissen entschieden worden. „Und auch wenn die Wahlbeteiligung schwach war, erfüllen die Ortsvorsteher nach wie vor eine wichtige Funktion in den Stadtteilen: Sie sind direkte Anlaufstelle für die Bewohner und stellen zudem auch wichtige Weichen für die Entwicklung der Stadtteile. Außerdem sind sie intensive Mittler zwischen den Stadtteilen und der Gesamtverwaltung“, macht der Stadtchef in einer Pressemitteilung der Stadt deutlich.
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