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  • Do., 11. Juli 2013, 10:58 Uhr
    SPD-Fraktion sieht Bedarf für kreisweites Konzept/Keine Doppelstrukturen schaffen

    SPD fordert Integrationsbeauftragten für Landkreis

    Ein kreisweites Integrationskonzept sowie einen zentralen Integrationsbeauftragten für den gesamten Landkreis Alzey-Worms fordert die SPD-Kreistagsfraktion. „Die gesellschaftlichen und demografischen Entwicklungen haben gezeigt, wie notwendig es ist, die Teilhabe von Menschen mit Migrationshintergrund stetig zu verbessern“, sagte SPD-Fraktionsvorsitzender Gerhard Kiefer. Insbesondere im Bereich der frühkindlichen und schulischen Bildung sowie bei der Integration auf den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt seien sicherlich noch Optimierungsbedarfe vorhanden. Angesichts schrumpfender Bevölkerungszahlen und in Zeiten des Fachkräftemangels sei es dringend geboten, dass die vielfältigen Talente und Potenziale von Migranten erkannt und entsprechend gefördert werden müssten. „Eine erfolgreiche Integration ist nicht nur entscheidend für ein gutes Zusammenleben, sondern sie wird sich ebenso positiv auf unsere Zukunft und die weitere Entwicklung unseres Kreises auswirken“, betonte der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Heiko Sippel.

    Laut der jüngsten Zensus-Erhebung haben 17,4 Prozent der Menschen im Landkreis Alzey-Worms einen Migrationshintergrund. Deutliche Unterschiede ergeben sich jedoch beim Vergleich der Altersstruktur. So weisen Migranten mit 34,1 Jahren ein deutlich niedrigeres Durchschnittsalter auf als die Bevölkerung ohne Migrationshintergrund mit 45,8 Jahren. Der Anteil der unter 18-Jährigen Migranten liegt im Kreis bei über 35 Prozent, der Anteil der 65-Jährigen bei 7,5 Prozent. Auch diese Zahlen belegen laut Sippel, wie bedeutend das Thema sei. Sie belegen aber auch, dass zukünftig der Anteil an älteren Menschen mit Migrationshintergrund zunehmen werde, was wiederum besondere Anforderungen schaffe.

    Erfreulich sei laut SPD, dass der Kreis bereits auf dem Weg sei, ein Integrationskonzept zu erarbeiten. Hierzu fand im Februar dieses Jahres eine Anhörung im Kreistag statt, in dessen Rahmen das Modell der Stadt Worms präsentiert wurde. Zudem solle nun untersucht werden, wo und in welchen Bereichen besondere Defizite und Bedarfe in der Region vorliegen. „Ein solches Integrationskonzept sollte dabei dann für den gesamten Kreis unter Beteiligung aller Städte und Verbandsgemeinden sowie unter Einbeziehung aller hierfür relevanten gesellschaftlichen sowie politischen Gruppen und Akteuren entwickelt werden“, sagte Kiefer. Doppelstrukturen seien zu vermeiden. Für die fundierte Erarbeitung und erfolgreiche Durchführung eines solchen gemeinsamen Konzeptes müsse jedoch zwingend die Stelle eines Integrationsbeauftragten beim Landkreis geschaffen werden, der den Prozess steuert, koordiniert und Netzwerke aufbaut.

    Hierfür werde sich die SPD-Fraktion im Kreistag einsetzen.

     

     

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