Signifikante Mehrkosten ohne soziale Wohnungsbau / Keine Privatisierung der Wohnungsbau mit Wormser SPD
SPD-Fraktion besucht Wohnungsbau
SPD-Stadtratsfraktion im Gespräch mit dem Geschäftsführer der Wormser Wohnungsbau Jürgen Beck.
„Wir lehnen eine privatisierte Wohnungsbau GmbH ab", bekannte sich SPD-Fraktionsvorsitzender Timo Horst klar zum Verbleib der städtischen Tochtergesellschaft in den Händen der Stadt. Gemeinsam mit den beiden Wohnungsbau-Aufsichtsräten Edgar Walther und Willi Fuhrmann, lobte Horst die Wohnungsbau vielmehr als ein engagiertes und aktives Instrument, um Worms lebenswerter zu gestalten.
„Als städtische Tochtergesellschaft werten wir Quartiere aktiv auf - indem wir alte Gebäude modernisieren, einen Kindergarten errichtet haben oder mit sozialen Einrichtungen kooperieren“, erkärte Jürgen Beck als Geschäftsführer mit Blick auf das Liebenauer Feld oder zum Beispiel die Boosstraße. „Um allerdings modernisieren und investieren zu können, müssen auch wir betriebswirtschaftlich rechnen“, betonte Beck gegenüber der Wormser SPD-Fraktion. Gleichwohl achte die Wohnungsbau im Gegensatz zu gewinnorientierten Privatunternehmen auf mehr, als nur einen zu maximierenden Gewinn - bei privaten Immobiliengesellschaften häufig sogar auf Kosten der Gebäudesubstanz, wie etwa eine Erhebung von Studierenden der FU Düsseldorf feststellte.
Gut Wohnen dank stetiger Investitionen „Wir investieren jährlich rund zehn Millionen Euro, um unsere Gebäude langfristig zu erhalten und zu erneuern“, unterstrich Beck. Dennoch habe man Kaltmieten insgesamt nur auf einem Niveau unterhalb der Inflationsrate moderat erhöhen müssen. „Und wenn Nebenkosten immer mehr zur zweiten Miete werden, profitieren auch unsere Mieter von wärmegedämmten Häusern“, so Beck. Zugleich monierte Beck, dass etwa staatlich verordnete Rauchmelder, Energieeffizienz und Barrierefreiheit günstigen Wohnraum erschweren und verteuern und forderte ein stärkeres Engagement des Staates in Fragen des sozialen Wohnungsbaus. Dass seit der Amtszeit des amtierenden Oberbürgermeisters Michael Kissel die Gewinne der Gesellschaft nicht an den Haushalt der Stadt abgeführt, sondern für Investitionen und zur Stärkung der Wohn ungsbau im Unternehmen verbleiben, begrüßte Beck hingegen außerordentlich. Andernfalls habe langfristig ein schleichender Verfall der Gebäudesubstanz gedroht.
Ohne Sozialwohnungen höhere Staatskosten „Wohin uns eine Konzentration auf Pflichtaufgaben führt, damit private Unternehmen Aufgaben übernehmen können und gestärkt werden, veranschaulichen folgende Zahlen“, mahnte Horst gegenüber klassischen FDP-Forderungen und konkretisierte: Laut Städtetags-Präsidenten Ulrich Maly sind in den vergangenen Jahren bundesweit nur 1,5 Milliarden Euro für den sozialen Wohnungsbau ausgegeben worden - bei 15,5 Milliarden Euro für Wohngeld und Unterkunftskosten von Hartz-IV-Empfängern. „Auf Dauer ist es allerdings besser, mit städtischen Gesellschaften preiswerten Wohnraum vorzuhalten, statt schnell steigende Mieten in der Privatwirtschaft durch hohe Sozialleistungen bekämpfen zu müssen“, urteilte SPD-Spitzenkandidat Timo Horst.
SPD-Initiative für bezahlbaren Wohnraum In der Folge habe sich die SPD im Stadtrat gegen Ende 2013 erfolgreich dafür eingesetzt, vorhandene Konzepte und neue Ideen für letztlich bezahlbaren und künftig auch verstärkt barrierefreien Wohnraum zusammenzuführen. „Mit der Wohnungsbau GmbH und den drei Bereichen Stadtentwicklung, Soziales, Jugend und Wohnen sowie Planen und Bauen bündeln wir hierzu unsere städtischen Kräfte“, hofft Horst auf erfolgreiche Impulse in der Frage nach bezahlbarem Wohnraum für alle Wormserinnen und Wormser.