
Von Karolina Krüger Ungewohnt präsentierte sich der Synagogengarten am vergangenen Mittwoch, als Kulturkoordinator Volker Gallé die Ausstellung „SchUM – fotografisch interpretiert“ vor leider sehr kleiner Kulisse eröffnete. Sechs Kunstwerke hatte die Jury um Kurator Thomas Brenner für die Outdoor Präsentation aus den Wettbewerbsbeiträgen ausgewählt. Gemeinsam mit Volker Gallé, Anna Kirschner von der jüdischen Gemeinde Worms/Mainz und Susanne Urban für den Verein SchUM-Städte e.V. benannte Brenner, dem besonders die Herausforderung des Ausstellen im Freien gefiel, die zu zeigenden Exponate.
Die Idee hinter der Ausschreibung war es, die Bewerbung der SchUM-Städte um die Anerkennung als UNESCO Welterbe im Jahr 2020 stärker ins Bewusstsein zu rücken. Vermisst hatte Brennen in den Bewerbungen den kritischen Blick auf den wiederaufflammenden Antisemitismus. Begrüßt wird der Besucher von einem Werk des Wormser Fotografen Stefan Ahlers, der mit einer schwarz-weiß Fotografie den Eingangsbereich mit Blick auf die Raschi Statue aufgreift. In einem Mosaik aus zwölf Bildern gewährt die Fotojournalisten Kristina Schäfer Einblicke in den Mainzer Judenfriedhof.
Den Menschen in seine Mitte nimmt mein „Ring der Hoffnung“. Er führt über sieben im Kreis angeordnete Bilder von dem verschlossenen zum geöffneten Tor der Mikwe auf dem Weg aus dem reinigenden Bad hinauf in die Welt. Je nach Betrachtungsrichtung öffnet oder schließt sich das Tor sinnbildlich für die Öffnung des Geistes oder ein Verharren in Vorurteilen, gefangen hinter Gittern des Unverständnisses oder Hasses. Eine Vision dagegen möchte der Wormser Fotograf Uwe Baatsch-Glaser mit seinem fiktiven Filmplakat „Film im Kopf – Heiliger Sand“ erzeugen. Grafiker Thomas Stallers Banner zeigt einen Tallit, den jüdischen Gebetsschal, neben dem sich die hebräischen Buchstaben für SchUM befinden.
Den Rundgang durch den Garten beschließt das Plakat des jungen Mainzer Fotografen Fabian Sponheimer auf dem ein Negativstreifen die Mainzer Synagoge abbildet. Gestalterisch gelungen auch die Präsentationsmappe mit einer Bildcollage von Philip Schäfer, die für 5 Euro im Raschi-Haus erhältlich ist. Die Ausstellung ist bis zum 10. Juni 2018 zu den Öffnungszeiten der Synagoge zu sehen.
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