Mi., 09. April 2014, 16:41 Uhr
Berufsfachschule I-Reform bietet Testverfahren, um den geeigneten Ausbildungsplatz zu erhalten
Spezielle Fähigkeiten erfassen
Um die Chance von Schülerinnen und Schüler zu erhöhen, einen Ausbildungsplatz zu erhalten, hat die Landesregierung die Berufsfachschule I-Reform in die Wege geleitet. Auch die Wormser Berufsbildenden Schulen nehmen die Herausforderungen des Reformprozesses an, wie der stellvertretender Schulleiter Jens Leilich (Karl-Hofmann-Schule Berufsbildende Schule Worms) und der Schulleiter der BBS Wirtschaft Frank Puschhof bei einem Gespräch mit dem Bildungsbeigeordneten Waldemar Herder und Vertretern der Presse berichtete.
Eine wesentliche Änderung der Reform ist, dass die Schülerinnen und Schüler nicht mehr selbst einen Bildungsgang aussuchen, sondern durch ein spezielles Testverfahren die Fähigkeiten und Interessen erfasst werden und erst dann eine Zuordnung stattfindet. Die möglichen Fachrichtungen reichen von Gewerbe und Technik, Gesundheit und Pflege, Nahrung, Hauswirtschaft und Soziales bis hin zu Verwaltung und Wirtschaft. Hinter diesen Fachrichtungen verbergen sich eine Reihe von Berufen, von Chemikanten über Altenpfleger bis hin zum Einzelhandelskaufmann.
Mit zusätzlichen Praxismodulen
Zudem sollen Praxismodule angeboten werden, die an den regionalen Ausbildungsmarkt angepasst werden. „Dabei arbeiten wir eng mit den Unternehmen zusammen“, so der Schulleiter Jens Leilich. Über die Berufsschule habe man bereits hervorragende Kontakte. Gleichzeitig sollen die Erziehungsberechtigten einbezogen werden. "Ich glaube, dass die Eltern ein wichtiger Faktor bei der Berufswahl sind.", so Schuldezernet Waldemar Herdes.
Neben der praktischen Orientierung werden auch viele Bildungsangebote im theoretischen Bereich gemacht. "Damit legen wir das Fundament für eine gute Ausbildung.", ist auch Frank Puschhof von dem Konzept der Schulen überzeugt. Insgesamt sind acht Wochen Betriebspraktikum geplant, die entweder am Stück oder ein halbes Jahr an zwei Tagen in der Woche stattfinden. Besonders begrüßen die Vertreter der Schulen, dass bei der Reform die Stärken und Erfahrungen aus der Vergangenheit aufgenommen wurden und so ein schlüssiges Gesamtkonzept entstanden ist.