FESTSPIELE: Präsentation des Bühnenbildes mit einem gigantischen Pool weckt Lust Me(e)hr
„Splish-Splash“ – die Nibelungen proben Wasserspiele
Palle Steen Christensen, der dänische Bühnenbildner, auf Tuchfühlung mit dem „kühlenden“ Nass. Foto: Rudolf Uhrig
Von Rudolf Uhrig | Wie hieß es in all den Jahren in der Geschichte der Nibelungenfestspiele „… der heimliche Star ist eigentlich der Dom“. Vor jene Kulisse hatten nun der Geschäftsführer der Nibelungen Festspiele, Sascha Kaiser, und die Künstlerische Betriebsdirektorin Petra Simon eingeladen, um das Bühnenbild von „hildensaga“ das aus der Feder von Autor Ferdinand Schmalz stammt und unter der Regie von Roger Vontobel am Freitag, dem 15. Juli, Premiere feiert, zu präsentieren. Es ist Vormittag und die gleisende Sonne fräst gewaltige Teile auf dem Schlossplatz vor dem Dom-Nordportal aus; wo anders freilich hüllt sie alles mit dem Schattenwurf in Tiefschwarz. Noch stehen keine Aufbauten, noch ist nichts an der Domfassade, dort wo Kaiser Friedrich I. Barbarossa thront und alljährlich die Neuinszenierung verfolgt, zu sehen.
Projektionsfläche und Spiegel zugleich
Doch, ein großes Wasserbecken! Palle Steen Christensen, der dänische Bühnenbildner, den seit 2015 eine enge Zusammenarbeit mit Roger Vontobel verbindet, erläutert es: „Es ist das Meer, ein einziges Meer, das alles umspannt.“ Zumindest da, wo es in die ferne Wasserwelt von Island führt. Ein andermal aber ist es ein riesiger Swimming Pool am Hofe der Nibelungen. In der dritten Variation aber ist es ein Teil der mythischen Zauberwelt, in der sich die Figuren am Ende verirren, wie im Wald von Shakespeares Sommernachtstraum. Das Wasser ist Projektionsfläche und Spiegel zugleich. Dann wird sich auch die Natur alles zurückholen; der Dom wird in 3D-Hologrammen von Pflanzen, Ästen und Wurzeln überwuchert sein.
Mehrere Höhen- und Tiefenbereiche
Alles erschließt sich an diesem Präsentationsmorgen noch nicht, dass es aber wiederum eine aufwändige Technik ist schon. Denn als größter Sachsponsor ist die Eicher Firma „Well Solutions“ mit an Bord. Dipl. Ing. Christian Augel, den Geschäftsführer, hat das Konzept überzeugt. Spannung und Neugierde haben ihn dann zum Mitmachen animiert. Das 25 auf 14 Meter große Becken fasst rund 100 Kubikmeter Wasser. Es wird mehrere Höhen- und Tiefenbereiche aufweisen und es wird, so die Gedanken und Vorstellungen der Macher, auch immer mal wieder mit Lebensmittelfarbe bunte Akzente setzen. Das Becken ruht in einer Stahlkonstruktion, die extra dafür berechnet wurde. Wie bei herkömmlichen Anlagen auch, so wird das Wasser umgewälzt und gefiltert, aber mit extra leisen Pumpen. Es wird konstant eine Temperatur von 30 Grad haben, so Augel, denn am Abend wird es kühl sein; und die Schauspieler verbringen lange Zeit im Wasser. Für Sebastian Bolz, der auch Technischer Leiter beim Schauspiel Köln ist, eine spannende Sache. „In der Regel sind alle Produktionen an denen ich beteiligt bin Neuland“. Verschiedene Ideen und Firmen kommen zusammen und loten die Machbarkeiten aus. Er ist überzeugt: „Das Bühnenbild wird ein tolles Spektakel.“ Wobei wir wieder am Anfang wären, denn der Dom ist der heimliche Star!