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  • Mi., 17. Juni 2020, 13:01 Uhr
    Sportbund Rheinhessen: Öffnung  aller Hallen gefordert / Kuhn: „In den Ferien durchgehend Sport ermöglichen“

    Sport muss in allen Hallen erlaubt sein

    „Es ist nach der langen Zeit des Lockdowns wichtig, alle Menschen wieder regelmäßig in Bewegung zu bringen. Der organisierte Sport mit seinen Vereinen und Verbänden ist dafür gerüstet“, betont Klaus Kuhn, Präsident des Sportbundes Rheinhessen. Er wünscht sich deshalb, dass „alle Verwaltungen die Hallen wieder öffnen und den Betrieb nach den geltenden Regeln freigeben“. Zwar habe der Sportbund durchaus Verständnis, dass es für die Träger der Anlagen Bedenken wegen der Haftung geben könne, „aber es gibt viele gute Beispiele, dass Vereine als Nutzer die Auflagen gut, zuverlässig und verlässlich umsetzen“.

    Ungleiche Handhabung
    In Mainz sei das der Fall, in Alzey ebenfalls. Der Landkreis Mainz-Bingen hält die Türen dagegen weiter geschlossen. Worms überlegt noch. An der Nahe gibt es einige Verbandsgemeinden, die offen haben, die Kreisverwaltung dagegen nicht. Diese ungleiche Handhabung ist aus Sicht des organisierten Sports nicht nachvollziehbar. Kuhns Forderung und gleichzeitiges Angebot an die Träger: „Verlangen sie Hygienekonzepte und nehmen sie die Vereine und Verbände in die Pflicht, aber machen sie im Gegenzug auch so schnell wie möglich die Hallen für möglichst alle Sportarten auf!“ Gründe dafür gibt es viele und sehr gute. Einen besonderen Fokus legt Kuhn auf den Nachwuchs: „Die Kinder brauchen dringend Bewegung. Noch immer ist Schulsport größtenteils ausgesetzt. Der Vereinssport kann diesen Missstand abfedern und für Ausgleich sorgen. Sport ist enorm wichtig für die Entwicklung der Kinder und die Gesunderhaltung aller. Da zählt jede Trainingseinheit, die man anbieten kann.“ 

     Austritte und Unmut befürchtet
    Argumenten, nach denen eine Öffnung nicht leistbar sei, widerspricht der Vertreter von rund 910 Vereinen mit etwa 280.000 Mitgliedern. „Viele Vereine und Verbände haben gute Konzepte entwickelt, entsprechend der geltenden Verordnungen, um den Sportbetrieb aufzunehmen. Diese Verantwortung übernehmen die Vorstände gerne, wenn es dadurch weitergehen kann.“ Neben dem Blick auf die Bevölkerung geht es auch um die Existenz der Vereine. „Finanziell haben sich die Vereine strecken müssen, scheinen aber die Krise zu meistern. Wirklich gefährlich wird es aber, wenn weiterhin kein Sport angeboten werden kann, weil die Sporthallen nicht geöffnet werden.“ Kuhn befürchtet Austritte und größeren Unmut der Mitglieder. Die Politik müsse an dieser Stelle dem Sport helfen. Eine Hallenöffnung erst nach den Ferien, wie es in einigen Landkreisen vorgesehen ist, sei verkehrt. Kuhn hält eher das andere Extrem für sinnvoll: „Die Hallen müssen nach dieser schweren Phase in den Ferien durchgehend geöffnet bleiben.“
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