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  • Di., 03. Februar 2015, 13:11 Uhr
    Projekt „Elternlotsen“ geht erfolgreich weiter

    Sprache als Basis für ein selbstbestimmtes Leben

    Oberbürgermeister Michael Kissel (Mitte), die beiden Integrationsbeauftragten Sabine Müller und Elisabeth Gransche (hinten, 2. v. links und hinten, 3. von links) sowie Christina Heimlich (hinten rechts) freuen sich über die erfolgreiche Fortsetzung des Projekts.

    Nachdem das Projekt „Elternlotsen“ in der Pilotstadt Worms im Jahr 2012 mit viel positiver Resonanz gestartet war, zeichnete Oberbürgermeister Michael Kissel nun erneut Frauen aus, die erfolgreich an der zweiten Fortbildungsreihe teilgenommen haben.


    „Dass Worms eine Vielvölkerstadt ist, ist inzwischen eine Binsenweisheit“, sagte Oberbürgermeister Michael Kissel in seiner Ansprache an die Kursteilnehmerinnen. Ein Drittel der Wormser Bevölkerung habe  ausländische Wurzeln - insgesamt lebten in der Stadt fast 150 Nationalitäten. Dieser kulturelle Reichtum trage dazu bei, dass es der Stadt gutgehe. „Ein friedliches Miteinander ist jedoch unerlässlich. Ein ganz wesentliches Element hierfür ist das Beherrschen der deutschen Sprache, denn die Sprache ist die Basis für ein eigenständiges, selbstbestimmtes Leben“, betonte der Stadtchef. Das Thema Integration stehe auf der Agenda der Stadtpolitik ganz oben, so Oberbürgermeister Kissel. „Ein Miteinander der unterschiedlichen Kulturen zu erreichen, ist ein langer Weg und in manchen Dingen sind wir noch am Anfang. Nichts desto trotz haben wir auch schon viel erreicht“. Das Projekt „Elternlotsen“ sei ein Türöffner für die Kinder und auch für andere Eltern. „Denn die Eltern sind die wichtigsten Vorbilder für die Kinder“, machte der OB deutlich.


    Fünf Frauen, allesamt mit türkischen Wurzeln, haben diesmal Ausdauer und Disziplin gezeigt und die 120 erforderlichen Unterrichtsstunden absolviert – die meisten von ihnen neben ihrer beruflichen Tätigkeit. Erarbeitet hat das Curriculum der Soziologe Otfried Niederauer, der das Projekt auch leitet. Er vermittelte den Teilnehmerinnen Kenntnisse in den Themenbereichen Schulsystem, Schulgesetz, Übergang in andere Schulformen, Fördermittel und vielen mehr.


    Die Elternlotsen werden in Schulen und Kindergärten eingesetzt. Dort sollen sie andere Eltern mit Migrationshintergrund, die (noch) kein Deutsch können, unterstützen und ihnen mit Information, Rat und Aufklärung zur Seite zu stehen.


    Umgesetzt wird das Projekt in einer Kooperation der beiden städtischen Integrationsbeauftragten, Elisabeth Gransche und Sabine Müller, mit der Ehrenamtsbörse des Wormser Sozial- und Bürgernetzwerks. Finanzielle Unterstützung erfährt es durch das Ministerium für Integration, Familie, Kinder, Jugend und Frauen. „Ich freue mich, dass das Land das Projekt anerkannt hat und es mitträgt“, so die Vorsitzende des Wormser Sozial- und Bürgernetzwerkes, Christina Heimlich.


    Das Projekt „Elternlotsen“ hat seit seinem Bestehen bereits viele Erfolge erzielt. Innerhalb von fünf Monaten, zwischen August 2013 und Januar 2014, sind die Elternlotsen insgesamt 32-mal tätig geworden.


    Stellvertretend für alle Kursteilnehmerinnen lobte Rahel Kurt die Ehrenamtsbörse, die dieses tolle Projekt ermögliche: „Am Ende profitieren beide Seiten davon, sowohl die Eltern als auch die Schule. Oft sind auch die Lehrer hilflos, aber wir können sie unterstützen“. Neben Rahel Kurt erhielten auch Melike Aktas, Elif Bayraktar, Hatice Bilgi und Filiz Cakir von OB Kissel ihre Urkunden. Der OB sprach den Frauen Dank und Anerkennung für ihr Engagement und ihre Disziplin aus und ermutigte sie, auch weiterhin in diesem relevanten Bereich aktiv zu sein.


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