Dass die Schüler des RSG viele Sprachen nicht nur eifrig lernen, sondern oft auch schon von zu Hause mitbringen, zeigte eindrücklich die dortige Feier zum „Europäischen Tag der Sprachen“. Seit 2002 soll dieser auf Initiative des Europarates und der Europäischen Union jährlich am 26. September begangene Tag den Menschen in 47 Ländern die Bedeutung des Sprachenlernens bewusst machen sowie das interkulturelle Verständnis fördern. Einen kleinen Teil wollten die Rudis mit ihrer Veranstaltung dazu beigetragen: Bereits im Vorfeld hatten vier planende Lehrerinnen der Sprachenvielfalt ihrer Schüler nachgespürt und zu ihrer Überraschung herausgefunden, dass neben dem Deutschen 26 weitere Sprachen in den Familien am RSG gesprochen werden.
„Ahoj“, „¡Hola!“ und „Ciao“ ertönte es dann in den großen Pausen im Foyer, denn die Schüler hatten zu jeder ihrer Sprache eine Sprechstation gebildet, an welcher interessierte Schüler und Lehrer z.B. das Wort „Hallo“ in der jeweiligen Sprache lernen konnten. „Endlich konnten drängende Fragen wie 'Sag mal, wie wird denn nun Lahmacun wirklich ausgesprochen?' einmal vom Fachmann oder einer Fachfrau im persönlichen Kontakt beantwortet werden“, so Simone Deynet, die am Rudi unter anderem Italienisch unterrichtet. Und so wurde gesprochen und gesprochen... und dabei nicht selten die sonst übliche Rollenverteilung des Schulalltags durchbrochen: „Kleine Schüler bekamen hier auch einmal die Gelegenheit nicht nur den Großen etwas beizubringen, sondern umgekehrt ihre Lehrer zu belehren“, freute sich Anne Schlitz, im Schulalltag unter anderem für Latein zuständig. „Uns wundert es nicht, dass von Schüler– und Kollegen-Seite der Ruf nach einer erneuten Feier des Sprachentages im nächsten Jahr laut wurde“ ergänzt Manuela Neuß, die in der Oberstufe des RSG derzeit Spanisch unterrichtet.
Und auch zu sehen gab es einiges, denn die einzelnen Sprechstationen waren mit Flaggen und anderen landestypischen Gegenständen geschmückt, die die Schüler von zu Hause mitgebracht hatten. Besonders schmackhaft gemacht wurden daneben auch die am Rudi unterrichteten Sprachen: Verschiedene Oberstufenkurse hatten landestypische Leckereien vorbereitet und so konnte man während seines Rundganges z.B. englische Scones, italienische Tramezzini, spanische Tapas und Moretum aus dem alten Rom probieren. "Buonissimo!", "très bon!" und "delicious!" wurden - zur großen Freude der Fachlehrer - in diesem Zusammenhang also auch wiederholt. Den musikalischen Rahmen bildete „Bruder Jakob“ und seine vielen Brüder aus unterschiedlichen Ländern, die gesangesfreudige Schüler und Lehrer im Treppenhaus zum Besten gaben. „Ein tolles Sprachbad, das wir im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder nehmen", so das Resümee von Lateinlehrerin Priscilla Hamann am Ende der Veranstaltung.
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