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  • Mi., 22. April 2015, 07:49 Uhr
     „Pas de Saint Martin“ geht nur an Kirchen, die tatsächlich auch historisch mit dem heiligen Martin in Verbindung stehen!

    St. Martinskirche ist Station am Martinsweg

    Der „Pas de Saint Martin“ an der Martinskirche. Von links: Prof. Bruno Judic, Propst Tobias Schäfer; Pfarrer und Maximilian Wagner. Foto: Thomas Jäger


    Mit dem „Pas de Saint Martin“, einem als Fußabdruck gestalteten Abzeichen, wurde die Kirche St. Martin in Worms offiziell als Station auf dem europäischen Pilgerweg „Via Sancti Martini“ ausgezeichnet.

    Im Rahmen eines Gottesdienstes überreichte der Präsident des Europäischen Kulturzentrums St. Martin, Prof. Bruno Judic, die Auszeichnung, die Propst Tobias Schäfer und Pfarrer Wagner entgegen nahmen. Der „Pas de Saint Martin“ wird nur an solche Kirchen vergeben, die tatsächlich auch historisch mit dem heiligen Martin in Verbindung stehen.

    Der Historiker von der Universität in Tour hatte zuvor kurz die Bedeutung der bald nach dem Tod Martins entstandenen Lebensbeschreibung des Schriftstellers Sulpicius Severus referiert, der als Zeitgenosse des volkstümlichen Heiligen jenes Ereignis beschreibt, bei dem der heilige Martin in Worms im Jahr 356 vor dem römischen Kaiser Julian die Waffen niederlegte und um Entlassung aus dem Militärdienst bat.

    Neben Worms wurde nur Trier ausdrücklich erwähnt
    Neben Worms, darauf hatte bereits Propst Schäfer bei seiner kurzen Ansprache hingewiesen, ist nur noch Trier ausdrücklich als Stadt erwähnt, in der der Heilige sich aufgehalten hat. „Wir freuen uns, dass durch dieses eindrucksvolle Zeichen, das nun an unserer Kirche angebracht ist, auch äußerlich erkennbar ist, das der heilige Martin tatsächlich hier an diesem Ort gewesen ist“. Die Martinskirche ist der Überlieferung zufolge über dem Ort erbaut, an dem sich das Gefängnis befand, in das der römische Kaiser den Heiligen einkerkern ließ.

    Bereits im Jahr 2005 hatte der Europäische Rat den Martinspilgerweg offiziell als europäischen Kulturweg eingerichtet. Im Unterschied zu vielen anderen Pilgerwegen soll mit diesem Weg, der vom Geburtsort des heiligen Martin in Szombathely in Ungarn bis zu seinem Begräbnisort in Tours in Frankreich zahlreiche europäische Länder verbindet, auch das besondere Vermächtnis des heiligen Martin aufgezeigt werden: „Der Weg verbindet nicht nur die Stationen seines Lebens, sondern soll ganz besonders auch Orte des solidarischen Teilens miteinander verbinden“, erläuterte Dr. Eugen Baldas, der Leiter der internationalen Arbeitsgemeinschaft Martinswege.

    Vermächtnis lebendig halten
    „In der Gemeinde St. Martin in Worms nehmen wir das sehr ernst. Wir freuen uns, dass mit der Martinsbörse, einer Kleidertauschbörse für Bedürftige, hier das Vermächtnis des hl. Martin durch ehrenamtliches Engagement lebendig gehalten wird“, erläutert Propst Tobias Schäfer.

    Das kommende Jahr 2016 wird international in besonderer Weise als Martinusjahr begangen, da der heilige Martin vor genau 1700 Jahren im Jahr 316 geboren wurde. An dieses Jubiläum soll auch in der St. Martinskirche in Worms gebührend erinnert werden. „Die Auszeichnung als Station am Martinsweg ist für uns ein schöner Auftakt zum Jubiläumsjahr“, freut sich auch Pfarrer Maximilian Wagner.

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