Mi., 03. Januar 2018, 09:52 Uhr
Der Wormser Arbeitsmarkt bleibt auch zum Jahresende auf Kurs / Quote derzeit bei 6,5 Prozent / Fachkräftemangel weiterhin Anlass zur Sorge
Stabile Konjunktur sorgt auch in Worms weiter für Job-Boom
Selbst die ersten Vorboten des Winters vermochten die Arbeitslosenbilanz am Wormser Arbeitsmarkt kaum zu trüben. Am Ende eines Jahres mit durchweg positiven Nachrichten vom Arbeitsmarkt, kam es dank weiterhin voller Auftragsbücher in vielen Unternehmen zu einem weiteren leichten Rückgang sowohl der Arbeitslosigkeit als auch der Unterbeschäftigung, in der auch Personen in Aus- und Fortbildungen oder Trainingsmaßnahmen mitgezählt werden.
Zwar gab es auch in diesem Dezember zahlreiche Arbeitslosmeldungen durch Freisetzungen in saisonabhängigen Bereichen der Wirtschaft sowie das Auslaufen von Zeitverträgen, doch lagen die Zahlen deutlich unter denen der Vorjahre. Zudem konnten auf der anderen Seite viele Jobsuchende ihre Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer neuen Beschäftigung beenden.
Kein Ende des Job-Booms abzusehen
„Angesichts der stabilen Konjunkturlage sehe ich derzeit kein Ende des Job-Booms“, so Susanne Decker, Leiterin der Wormser Arbeitsagentur. „In diesem Jahr hatten wir Monat für Monat eine anhaltend hohe Nachfrage nach Arbeitskräften. Derzeit liegt der Bestand an offenen Stellen um gut 10 Prozent höher als noch vor einem Jahr. Es ist uns erfreulicherweise in diesem Jahr auch gelungen, die gute Arbeitsmarktlage für die Vermittlung von längerfristig Arbeitslosen zu nutzen. Die Langzeitarbeitslosigkeit konnte gegenüber dem Vorjahr um 25 Prozent reduziert werden. Dennoch bleibt die Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit auch in 2018 eine Schwerpunktaufgabe.“
Anhaltender Fachkräftemangel
Sorgen bereitet der Agenturleiterin vor allem der zunehmende Mangel an Fachkräften. Dauerte es im Jahresdurchschnitt 2013 im Agenturbezirk Mainz noch 97 Tage bis eine offene Stelle besetzt war, so waren es 2017 bereits 132 Tage. In 2017 blieben 42,8 Prozent der Stellen länger als drei Monate unbesetzt, fünf Jahre zuvor waren es erst 32,1 Prozent der Stellen.
Vor allem in den Bereichen Bau und Gebäudetechnik sowie Kaufmännische Dienstleistungen und Handel haben sich die Laufzeiten der offenen Stellen deutlich erhöht. Die Agentur wird deshalb auch in 2018 erhebliche finanzielle Anstrengungen unternehmen, um durch Weiterbildung, Umschulung oder verschiedene zielgruppenspezifische Maßnahmen arbeitslose Menschen für die Anforderungen der angebotenen Stellen zu qualifizieren.
Die Arbeitsmarktzahlen im Überblick
Im Dezember waren in Worms insgesamt 4.479 Personen als unterbeschäftigt registriert. Das waren 31 weniger als im November und 282 oder knapp 6 Prozent weniger als vor einem Jahr. 2.952 Männer und Frauen waren arbeitslos gemeldet. Das waren 84 weniger als im November und 444 oder 13,1 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote verringerte sich von 6,7 auf 6,5 Prozent. Vor einem Jahr hatte die Arbeitslosenquote bei 7,6 Prozent gelegen. Die seit Monaten hohe Nachfrage nach Arbeitskräften hielt auch im Dezember an. Insgesamt wurden 243 offene Stellen gemeldet. Der Stellenbestand belief sich im Dezember auf rund 1.000 Stellen, knapp 100 oder 10 Prozent mehr als vor einem Jahr.
Von den 2.952 Arbeitslosen im Dezember wurden 929 von der Arbeitsagentur und 2.023 vom Jobcenter Worms betreut. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit im Dezember entfiel hauptsächlich auf die vom Jobcenter betreuten Arbeitslosen. Der Anteil von Menschen im Kontext von Fluchtmigration an allen Personen die von der Arbeitsagentur und dem Jobcenter Worms betreut werden, betrug im Dezember 11,8 Prozent.
Auch auf den übrigen regionalen Arbeitsmärkten im Bezirk der Mainzer Arbeitsagentur kam es im Dezember zu einem weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit mit Ausnahme der Stadt Mainz. Die Arbeitslosenquoten änderten sich wie folgt. Stadt Mainz von 5,5 auf 5,6 Prozent, Stadt Worms von 6,7 auf 6,5 Prozent und Landkreis Alzey-Worms von 3,8 auf 3,7 Prozent. Im Landkreis Mainz-Bingen und im Gesamtbezirk blieben die Quoten unverändert bei 3,3 bzw. 4,6 Prozent.