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    WORMS: Zwischenbilanz des Tourismuskonzeptes „Worms Tourismus 4.0“

    Stadt beerdigt Suche nach Campingplatz

    Seit etwa 15 Jahren ist der Wormser Campingplatz im hessischen Rosengarten geschlossen, da Lampertheim die Pacht aus Aspekten des Umweltschutzes nicht verlängert hatte. Archivfoto: Gernot Kirch


    Von Florian Helfert › Aus Sicht der Stadt hat das 2018 von der Hochschule im Auftrag der Nibelungenstadt entwickelte Tourismuskonzept „Worms Tourismus 4.0“ bedeutende Fortschritte erzielt. Unter Leitung der Beigeordneten Petra Graen (CDU) hat der Tourismusbeirat von 131 geplanten Maßnahmen nach städtischen Angaben bereits 51 umgesetzt.

    31 Vorhaben befinden sich laut Rathaus noch in Arbeit, 49 Projekte harren der Dinge, unter anderem das Schaffen kostenlosen Parkraums am Rhein inklusive des damals anvisierten „Shuttleservice“ ins Zentrum.

    Während es für einen modernen, der Dom- und Lutherstadt Worms endlich würdigen Wohnmobilstellplatz aktuell vorangeht, sind die Bestrebungen für einen Campingplatz hingegen begraben worden: Es gebe keine passende Fläche in der Stadt, die einvernehmlich als Campingplatz ausgewiesen werden könne. „Nun haben wir uns entschlossen, diese Maßnahme nicht weiter zu verfolgen“, musste Bernd Leitner, Leiter der Tourist Information, erläutern.

    Somit klafft im Portfolio der Übernachtungsangebote seit ungefähr 15 Jahren eine dauerhaft bleibende Lücke, welche schwerer als das versprochene, nie realisierte neue Jugendzentrum wiegt – denn das Haus der Jugend sowie der Kanal70 bieten der Jugend schließlich eine weiterhin gute Anlaufstationen.

    Wer hingegen in Worms zelten möchte, wird vertröstet. So heißt es auf der der 2019 initiierten, erlebnisorientierten touristischen Website www.worms-erleben.de schlicht: „Der nächste Campingplatz befindet sich nur wenige Kilometer von Worms entfernt in Biblis-Wattenheim.“

    Weiteres Manko der Stadt

    Ein weiterer Stachel in der touristischen Entwicklung ist die Frage des Wohlfühlfaktors und Sicherheitsgefühls der Einwohner. Neben den touristisch induzierten Zielen sei der Blick nach innen notwendig; nur, wer sich wohlfühle, könne auch gegenüber Dritten positiv über die eigene Stadt sprechen, so eine Conclusio des Tourismuskonzeptes.
    Immensen Nachholbedarf diesbezüglich brachte jedoch die Sicherheitsbefragung des Jahres 2020 zutage, bei der über 2.000 Bürger teilgenommen hatten. Sage und schreibe 86 Prozent äußerten, sich abends und nachts im öffentlichen Raum unsicher zu fühlen.

    Bedürfnisse und Meinungen erfragt

    Um die Bedürfnisse und Meinungen der Wormser in die Tourismusplanung einzubeziehen, wurde darüber hinaus im Frühjahr 2023 eine repräsentative Online-Umfrage mit 3.000 ausgewählten Personen durchgeführt. Die Ergebnisse dienen nach Angaben der städtischen Pressestelle als wichtige Grundlage für die Zukunft.

    Corona und Haushalt

    Allerdings beeinflussten auch mehrere äußere Faktoren das Verwirklichen des Tourismuskonzeptes. Ein wesentlicher Faktor war die Corona-Krise, welche die gesamte Wirtschaft und speziell den Tourismussektor stark getroffen hat.

    Die schwierige Haushaltslage der Stadt Worms stellt eine weitere Herausforderung dar. Viele Maßnahmen konnten aufgrund fehlender Mittel nicht umgesetzt werden. Petra Graen merkt hierzu an: „Die Finanzierung ist ein ständiges Problem, das uns vor große Herausforderungen stellt. Wir müssen Prioritäten setzen und können nicht alle Maßnahmen gleichzeitig umsetzen.“

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